08.06.2011, 11:44 Uhr | dapd
RWE-Chef Jürgen Großmann ist gegen das aktuelle Atomausstiegs-Konzept der Regierung (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Die Atomausstiegspläne der Bundesregierung stoßen bei den deutschen Kernkraftwerksbetreibern auf immer heftigeren Widerstand. RWE-Chef Jürgen Großmann forderte in einem "Brandbrief" an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) deutliche Nachbesserungen des Ausstiegskonzepts - vor allem längere Laufzeiten für den vom Essener Konzern betriebenen Reaktor Grundremmingen B. E.ON und Vattenfall verlangen eine "faire Kompensation" für die mit der Energiewende verbundenen Vermögenseinbußen.
Großmann warnte in dem Schreiben an die Kanzlerin, nach den nun vorliegenden Plänen für einen stufenweisen Ausstieg könnten voraussichtlich Reststrommengen von "circa 60 Terawattstunden nicht verstromt werden". Bei heutigen Strompreisen von gut 60 Euro je Megawattstunde entspräche das einem Schaden von über 3,6 Milliarden Euro.
Der Manager beschwerte sich aber vor allem, dass die aktuelle Ausstiegsplanung die negativen Folgen der Energiewende "ungleich auf die Schultern der Kernkraftwerksbetreiber verteilt". Dabei werde vor allem RWE benachteiligt. "Dass die Bundesregierung das Aus der Kernenergie beschlossen hat, müssen und werden wir selbstverständlich akzeptieren", schrieb Großmann. Dann sei es aber nur gerecht, wenn jeder Betreiber die Mengen, die ihm im Atomgesetz von 2002 zugesichert worden seien, wenigstens auch in eigenen Anlagen verstromen könne.
Analysten prognostizieren steigende Preise für den Rohstoff.
Dies sei zwar für EnBW und vor allem E.ON möglich, nach den bisherigen Planungen aber nicht für RWE. Der Essener Konzern sei vielmehr darauf angewiesen, rund 50 Terawattstunden in Anlagen anderer Betreiber zu verbrauchen. RWE fürchtet deshalb, diese Reststrommengen unter Wert veräußern zu müssen oder gar zu verlieren.
Eine einfache Lösung für das Problem hat Großmann in seinem Brief an die Kanzlerin allerdings auch parat. Nach dem Willen des RWE-Chefs soll der Reaktor Gundremmingen B statt 2017 erst Ende 2021 vom Netz gehen - wie sein Schwesterreaktor Gundremmingen C. "Bitte bedenken Sie, dass die Anlagen baugleich und innerhalb eines halben Jahres in Betrieb gegangen sind und daher wirklich nicht erkennbar ist, warum eine Anlage nach derzeitigem Ansatz vier Jahre früher als die andere abgeschaltet werden soll", schrieb Großmann.
Auch der schwedische Energiekonzern Vattenfall machte unterdessen Entschädigungsansprüche für seine deutschen Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel geltend. Ein Unternehmenssprecher sagte, der Konzern wolle "eine faire Kompensation" für die verbleibenden Reststrommengen und für die Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, mit denen die Reaktoren in den vergangenen Jahren nachgerüstet worden seien. Über eine mögliche Klage gegen die Bundesregierung habe der Konzern aber noch nicht entschieden, sagte der Sprecher. Deutschlands größter Energieversorger E.ON hat dagegen bereits juristische Schritte angekündigt.
Zurückhaltend agiert dagegen bislang der überwiegend im öffentlichen Besitz befindliche baden-württembergische Stromkonzern EnBW. Ein Unternehmenssprecher sagte, der Konzern wolle vor einer Entscheidung über das weitere Vorgehen, zunächst das weitere Gesetzgebungsverfahren beobachten. "Wir kommentieren das erst dann, wenn es eine gesicherte Basis gibt."
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Quelle: t-online.de , dapd
Lex schrieb:
am 20. Juni 2011 um 00:02:42
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Atom-Strom
Das Geschrei der Energie-Mafia ist der beste Beweis dafür, dass die Regierung einmal alles richtig gemacht hat. Würde Herr Humdt
die Kanzlerin loben, könnte sie sicher sein, alles falsch gemacht zu haben, was falsch zu machen geht.
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Kernbeißer schrieb:
am 16. Juni 2011 um 09:59:22
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Abschaltung
Ein Man mit Charakter, im Gegensatz zu seinen Kollegen. Er wird einmal in den Geschichtsbüchern stehen, als einer der wenigen,
die konsequent gemahnt haben!
Die werden dann aber sicher als Höhlenzeichnungen erstellt werden.
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Ursus schrieb:
am 16. Juni 2011 um 08:30:54
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Ideologie contra Wissen
Man kann sich nur wundern wie viel "kommunistisches Denken" nach dem Zu-
sammenbruch des real existierenden
Sozialismus in deutschen Köpfen noch existiert. Die großen Vier der Strombranche sind Aktiengesellschaften - arbeiten also mit Fremdkapital, das zu verzinsen ist auch wenn man dazu Dividende sagt. Der politisch gewollte Umstieg auf andere Primärenergien verursacht "Kosten" und schmälert das Betriebsergebnis also die Dividende.
Verwunderlich wenn sich die privaten Akteur
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