21.03.2011, 09:10 Uhr | dpa-AFX
Während in Deutschland noch über den Atomausstieg diskutiert wird, müssen sich die Stromkonzerne bereits mit möglichen Konsequenzen vertraut machen. Nach Meinung von Experten werden die großen deutschen Stromkonzerne durch die Umstellung auf erneuerbare Energien wohl an Macht verlieren. "Durch das Wachstum erneuerbarer Energien wird das Stromnetz dezentraler organisiert - dann könnten Konzerne wie E.ON, Vattenfall, RWE oder EnBW womöglich an Marktposition verlieren", sagte Johann Köppel, Professor für Umweltplanung an der TU Berlin, dem Berliner "Tagesspiegel".
Im Alleingang werde Deutschland die Energiewende aber nicht schaffen. "Nötig ist ein Umbau der Energieversorgung im europäischen Rahmen", sagte er. Iren, Briten und Deutsche könnten eher Windstrom erzeugen, Spanier, Italiener und auch Afrikaner die Sonne nutzen. "Die sieben ältesten Atomkraftwerke abzuschalten ist kein Problem, und auch die übrigen kann man in absehbarer Zeit vom Netz nehmen", sagte Köppel der Zeitung. Je länger sie Strom produzierten, desto schwerer werde der Umstieg auf erneuerbare Energieträger.
Am Wochenende hatte sich bereits E.ON-Chef Johannes Teyssen skeptisch zu einer baldigen Abschaltung der deutschen Alt-Atomwerke geäußert und vor höheren Strompreisen gewarnt. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte Theyssen, es werde schon jetzt äußerst schwer, das Stromnetz stabil zu halten. Noch weiter reichende Maßnahmen wie der teils geforderte komplette Ausstieg aus der Atomkraft seien "überhaupt nicht zu verkraften".
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Auch der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, riet den Verbrauchern, sich auf "spürbar höhere Strompreise" einzustellen. "Die Terminkurse an der Leipziger Strombörse sind bereits deutlich gestiegen", sagte er der "Rheinischen Post". Die Börse reagiere damit auf die energiepolitische Kehrtwende der Bundesregierung. Franz riet der Bundesregierung trotzdem, an der Abschaltung der Atomkraftwerke und dem Übergang zu erneuerbaren Energien festzuhalten.
Von Seiten der Regierung äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Er sagte in einem Gespräch mit der "WirtschaftsWoche": "Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben." Atomkraftwerk-Betreiber drohen nach dem Abschalten älterer Anlagen mit Blick auf das Netz mit Stromausfällen.
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Quelle: dpa-AFX
blinker schrieb:
am 25. März 2011 um 08:18:24
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Verunsicherung
Derzeit wird, wie immer bei Problemen, polemisiert. Man sollte zuerst einmal in der Lage sein, einen echten Wettbewerb
zuzulassen und nicht auf die fadenscheinigen Argumente unserer großen 4 hören. Da wir aber, wie auch in anderen Bereichen von der Regierung nur vertreten werden - denn regiert werden wir eigentlich von Lobbyisten, wird sich daran wohl sobald nichts ändern. Das die Energiepreise stetig steigen, hängt mit der Politik der Doppelzüngigkeit zusammen, sich immer drehen mit dem Wind.
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Wolf S. schrieb:
am 25. März 2011 um 00:38:07
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Stromkonzerne.
@ lisuus. Stimmt nicht! Nicht der Bau der AKW wurde gefördert, sondern die technisch-wissenschaftliche Entwicklung. Und für
den Rückbau der AKW haben die Konzerne Rücklagen gemacht. Richtig ist, dass die Preise an der Strombörse festgelegt werden. Zu den Kosten, die der Staat als Brennelementenabgabe und Abgaben zu Gunsten der Ern.E.aufschlägt, kommen dann noch die Spekulationsgewinne der Börsianer. Jedoch nutzen die Konzerne (wie auch andere) jede Abgabenerhöhung, um ihren Gewinn zu steigern.
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Wolf S. schrieb:
am 25. März 2011 um 00:13:29
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Stromkonzerne
@Unbekannt. Es stimmt nicht, dass die großen Stromkonzerne nicht in die Erneuerbaren E.investiert hätten ! Im Gegenteil,
haben sie die staatliche Förderung der E.E. genutzt, um riesige Off-shore-Windkraftanlagen zu bauen. So gewaltige Investitionen können nur kapitalkräftige Unternehmen wie die Stromkonzerne leisten. Moral: Von staatlicher Förderung der Wirtschaft profitieren oft die Falschen.
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