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Stromnetz hoch belastet: Netzbetreiber warnt vor Blackouts

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Energiewende: Netzbetreiber warnt vor Blackouts

17.01.2012, 14:19 Uhr | Financial Times Deutschland

Überlastete Netze können schnell für Stromausfälle sorgen (Quelle: dpa)

Überlastete Netze können schnell für Stromausfälle sorgen (Quelle: dpa)

Laut Experten wächst die Gefahr von Stromausfällen in Deutschland. Die Leitungen sind hoch belastet - es gibt bereits konkrete Pläne für Notabschaltungen.

Kritische Situation in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet

Die Gefahr von Stromausfällen an wichtigen deutschen Wirtschaftsstandorten ist nach Einschätzung von Experten deutlich gestiegen. "Die Systemsicherheit steht unter Stress. Die Netze sind hoch belastet", sagte Boris Schucht, Chef des Netzbetreibers 50 Hertz Transmission, am Montag in Berlin. Besonders kritisch sei die Situation im Ballungsraum Hamburg sowie im Rhein-Main-Gebiet.

Problem nach Schließung von Atommeilern

Das Netz von 50 Hertz Transmission deckt nahezu ein Drittel der Fläche der Bundesrepublik ab. Das Unternehmen betreibt knapp 10.000 Kilometer Leitungen und versorgt insgesamt 18 Millionen Einwohner, darunter auch den Großraum Hamburg. Die Region bezog ihren Strom früher von knapp einem halben Dutzend Großkraftwerken. Nach der Schließung der Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel ist nur noch Brokdorf übrig. Das Kohlekraftwerk Moorburg geht wegen technischer Probleme voraussichtlich erst 2014 in Betrieb.

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Die Warnung konkretisiert erstmals die Blackout-Gefahr in Deutschland. Dass sie von einem Netzbetreiber kommt, ist ungewöhnlich. Zwar haben die Unternehmen ein Eigeninteresse, die Dringlichkeit von Investitionen zu unterstreichen, um höhere Netzentgelte durchzusetzen. Wie akut die Gefahr wirklich ist, zeigen jedoch konkrete Pläne.

Bevölkerung soll Strom sparen

So hat der Betreiber in seinem Vertrag mit einem Großkunden - der Aluminiumschmelze Trimet - erstmals mögliche Notabschaltungen bis zu einer Stunde vereinbart. Die Hütte verschlingt mit 400 Megawatt fast ein Drittel der Brokdorf-Leistung. Reicht die Abschaltung nicht, um das Netz zu stabilisieren, soll die Bevölkerung aufgerufen werden, Strom zu sparen - etwa mittags keine Wäsche mehr zu waschen.

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Das Szenario widerspricht den jüngsten Aussagen des Chefs der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Dieser hatte kürzlich die Blackout-Befürchtungen gedämpft: "Ich denke, es müsste gut gehen." Letzte Sicherheit gebe es nicht, räumte er ein.

Ausfällen vorbeugen

Jochen Patt, Referent der Behörde, bezeichnete die Situation auf einer Tagung am Montag in Berlin als angespannt. Zwar sei schon viel unternommen worden, dennoch brauche man einen "Sicherheitspuffer, um für extreme Situationen gewappnet zu sein" - etwa einen gleichzeitigen Ausfall von Leitungen, Trafos und Kraftwerken.

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Laut 50-Hertz-Chef Schucht arbeitet derzeit etwa ein Drittel des Netzes "an der absoluten Belastungsgrenze". Vor einigen Jahren seien die Stromautobahnen im Schnitt während zehn Stunden pro Jahr extrem belastet gewesen. Heute sei dies bis zu 5000 Stunden lang der Fall - also während sieben Monaten pro Jahr.

Gefahr durch veraltete Anlagen

Eine zusätzliche Gefahr birgt die veraltete Technik in Solaranlagen. Bisher schalten spezielle Bauteile, sogenannte Wechselrichter, die Module ab, wenn die Frequenz der Energieversorgung zu hoch wird. Über 300.000 größere Anlagen können auf einen Schlag vom Netz gehen. Derzeit sind schätzungsweise Module mit 20 Gigawatt maximaler Leistung angeschlossen, was 20 Großkraftwerken entspricht.

Früher galten Abweichungen der Netzfrequenz als sehr unwahrscheinlich. Doch der zunehmende Stromhandel und kleinere Netzstörungen lassen die Gefahr steigen. Im Dezember erreichte die Frequenz gleich zweimal beinahe den kritischen Wert von 50,2 Hertz. "Im Extremfall schalten sich mehrere Gigawatt ab", warnt der Ingenieurverband VDI in einer Studie.

Berlin plant teure neue Regelung

Die Bundesregierung plant nun eine Vorschrift, wonach größere Solaranlagen ab zehn Kilowatt umgerüstet werden müssen. Wer die Kosten von schätzungsweise mindestens 600 Millionen Euro trägt, ist noch völlig unklar.


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Kommentare (414)

zum Forum

Thema: "Stromnetz hoch belastet: Netzbetreiber warnt vor Blackouts"

marianna schrieb: am 17. Januar 2012 um 19:49:04
(214) (65) stromsperre
Erst diese beknackte Grünenpartei !!!! wählen und dann aufregen , das war doch vorauszusehen !! Wartet nur ab wenn erst der
Sprit 5 Euro kostet !! das kommt auch noch !!!!!
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RR schrieb: am 17. Januar 2012 um 19:48:12
(220) (64) Super!
Tolle Energiewende! Sollte man sich nicht erst Gedanken machen, woher der Strom dann kommt, BEVOR man die AKW abschaltet? Jetzt kaufen
wir den Atomstrom eben von unseren Nachbarn. Die freuen sich und wir zahlen den Preis. Gratulation zu der starken Leistung! Mal sehen, wann die ersten Lichter ausgehen. Hoffentlich werden dann die Atomkraftgegner zuerst abgeschaltet.
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lovintheblues schrieb: am 17. Januar 2012 um 19:48:06
(111) (197) stromnetz
ich nehme jede wette an, es wird in deutschland zu keiner zeit irgendein problem mit der stromversorgung geben. im übrigen bleiben
die akw s abgeschaltet und damit basta
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