14.12.2010, 09:13 Uhr | AFP, dapd
In der Metallindustrie können sich Arbeitnehmer auf höhere Löhne einstellen (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Konjunktur brummt und Experten erwarten mittlerweile einen länger anhaltenden Aufschwung. Doch in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer macht sich der Boom kaum bemerkbar. 2010 war laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ein enttäuschendes Jahr für Arbeitnehmer. Im Jahr eins nach der schweren Rezession gab es kaum nennenswerte Lohnsteigerungen.
"Die Tarifabschlüsse des Jahres 2010 zeigen also deutliche Spuren der Krise", sagte Tarifexperte Reinhard Bispinck vom Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Anstelle von Lohnerhöhungen erhielten viele Arbeitnehmer über weite Teile des Jahres nur Pauschalzahlungen anstelle prozentualer Lohnsteigerungen.
Die wirtschaftliche Erholung habe 2010 aber im Jahresverlauf bereits für eine Verbesserung der Lohnabschlüsse gesorgt, erklärte Bispinck. Allerdings bewegen sich viele der bereits für das kommenden Jahr ausgehandelten Lohnerhöhungen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent.
Immerhin sind die Experten des WSI für die kommenden Tarifabschlüsse optimistischer. Vor allem der Abschluss in der Stahlindustrie mit einem Einkommensplus von 3,6 Prozent habe "Hoffnungen auf eine Trendwende in der Lohnpolitik geweckt". Durch deutlich höhere Löhne könne der Inlandskonsum gestärkt werden, wie dies Wirtschaftsexperten empfehlen, erklärte Bispinck.
Dazu kommt, dass manche Firmen aus Boombranchen wie Bosch, Daimler, Audi und Porsche Lohnerhöhungen vorgezogen haben. Auch Arbeitgebervertreter, die Regierung und Ökonomen sprechen sich für höhere Löhne aus. Wie stark die Arbeitnehmer von Lohnsteigerungen profitieren, dürfte aber auch in den kommenden Jahren vor allem von der Branchenzugehörigkeit abhängen. "Die wirtschaftliche Entwicklung ist zwar besser als erwartet, aber das gilt nicht für alle Branchen und Firmen", sagte Arbeitgeber-Chef Dieter Hundt vor dem Hintergrund von Gewerkschaftsforderungen nach bis zu sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt.
Die Tarifrunde beginnt 2011 mit den Verhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Dazu will die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ihre Forderung am Dienstag (14. Dezember) vorstellen. Im Frühjahr folgen unter anderem die chemische Industrie, das Versicherungsgewerbe, die Druckindustrie, das Baugewerbe sowie der Einzel- und Großhandel. Insgesamt laufen laut WSI Ende 2010 und Anfang 2011 Tarifverträge für rund 7,5 Millionen Beschäftigte aus. Laut den Experten waren 2009 - dem Zeitraum mit den jüngsten verfügbaren Zahlen - rund 51 Prozent der ostdeutschen und 63 Prozent der westdeutschen Beschäftigten tarifgebunden, Tendenz fallend.
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Quelle: AFP , dapd
dielie schrieb:
am 15. Dezember 2010 um 08:20:43
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im Dienst für das Wohl des Kapitals
Das Kapital ( egal ob Industrie, Banken etc.) wird immer frecher, da es keinen Gegenspieler mehr hat.
Ihm wird rund um die Uhr gedient. Die einen dienen mit Begeisterung (Medien, Kirchen, Parteien, Staat), die anderen gezwungen. Irgendwann wird der unheimliche Geiz der Besitzenden sie auffressen.
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Werner schrieb:
am 15. Dezember 2010 um 04:25:44
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Tarifabschlüsse
Seit 20 Jahre hat der deutsche Arbeiter immer weniger Geld zur
Verfügung.Aber Leute was solls.Wählt nur weiter CDU u. SPD !!!
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Uli schrieb:
am 14. Dezember 2010 um 21:04:03
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Armenhaus
Seit Jahren geht es nach dem gleichen Chema 20€ NETTO durch evt. Lohnerhöhung u. gleichzeitig kommen die Heuschrecken aus Ihren
Löchern u. erhöhen alles wogegen der Bürger sich nicht wehren kann u. was er zum Lebn in diesem ach so tollen Land braucht. Sodas die Lebenshaltungskosten immer weiter draststisch steigen. Genau das ist es was uns kaputt macht. Rechnet man diese Preispaierale auf 10 Jahre um so hat der normal Bürger mit seiner mickrigen Lohnerhöhung einen Reallohnverlust von 100ten Eur
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