29.04.2011, 15:54 Uhr | Özkan Canel Altintop, dpa
Ein gesetzlicher Mindestlohn brächte staatlichen Haushalten hohe Entlastung (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Debatte um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns bekommt durch eine Studie neue Nahrung: Nach der Untersuchung des Schweizer Forschungsunternehmens Prognos für die Friedrich-Ebert-Stiftung brächte ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro den staatlichen Haushalten nämlich über sieben Milliarden Euro. Mit den Mehreinahmen könnten damit ein Großteil der öffentlichen Defizite abgebaut werden, berichtet die "Frankfurter Rundschau".
Der Studie zufolge würden durch eine solche Lohnuntergrenze für fünf Millionen Arbeitnehmer die Arbeitseinkommen um 14,5 Milliarden Euro steigen. Entsprechend zahlten sie jeweils knapp 2,7 Milliarden mehr an Steuern und Sozialbeiträgen. Ihr Bedarf an Unterstützung etwa durch Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld sänke um 1,7 Milliarden Euro.
Aber auch bei einem relativ niedrigen Wert von 5 Euro die Stunde profitiert der Staat den Ergebnissen zufolge noch mit knapp 1,3 Milliarden Euro. Bei 7,50 Euro kamen die Forscher auf einen fiskalischen Vorteil von 4,6 Milliarden Euro, so die Zeitung. Für die Studie haben nach dem Bericht erstmals Wissenschaftler die Auswirkungen eines Mindestlohns auf die staatlichen Haushalte berechnet. Mögliche negative oder positive Beschäftigungseffekte klammerten sie aus, weil sich diese nicht eindeutig vorhersagen ließen.
Das ist zwar deutlich mehr, als in Bulgarien gezahlt wird. Doch insgesamt liegt Deutschland bei den Arbeitskosten lediglich auf Platz sieben in Europa. zum Video
In Deutschland gibt es bisher keinen festgelegten Mindestlohn. Die schwarz-gelbe Regierung steht einer Lohnuntergrenze skeptisch gegenüber. Die Koalition glaubt, dass der Mindestlohn zum Abbau von Arbeitsplätzen führt. Die Opposition dagegen fordert einen flächendeckenden Mindestlohn. "Haushaltskonsolidierung ist auch sozial gerecht möglich", sagte der SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider der "Berliner Zeitung". Union und FDP warf er vor, sie träfen mit ihrem Sparpaket vor allem Arbeitnehmer und Arbeitslose.
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Quelle: dpa
Günter schrieb:
am 12. September 2011 um 08:55:28
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@heinz06
Wer nur 5 EUR/Std. für eine Hilfskraft aufbringen kann steht wahrscheinlich eh vor der Pleite. Ansonsten halt ein wenig mehr selbst
arbeiten bis der Laden brummt, dann klappts auch mit dem Lohn.
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Mike schrieb:
am 12. September 2011 um 08:42:32
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Mindestlohn
Ein Mindestlohn würde endlich auch für einen fairen Wettbewerb sorgen. Würde dieser doch auch die Spreu vom Weizen trennen.
Wer sein Geschäftsmodell nur auf Lohnsubventionen aufbaut gehört weg vom Markt. Die guten Unternehmer fangen das dann ab wenn es diese unheilige Konkurenz nicht mehr gibt.
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heinz06 schrieb:
am 17. Mai 2011 um 09:56:04
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Mindestlohn
Wer gerade 5 EUR /Std für eine Hilfskraft aufbringen kann wird diese nach Einführung eines 8-9 EUR Mindestlohn nicht halten
können. Steigende Arbeitslosigkeit war für die CDU aber der Grund den Mindestlohn aus diesem politischen Grund abzulehnen. Einerserseits die positive Wirtschaftslage, andererseits die schlechten Aussichten für die CDU-FDP lassen die Nebenwirkungen des Mindestlohns unwichtig erscheinen. Es müssten diese ja die Nachfolger-etwa Rot/Grün ausbaden !!
---Politik---
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