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Swiss Air verschenkt Käsebretter: Internet-Häme für Schweizer Airline

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Swiss Air: Bretter, die das Geld bedeuten

10.01.2012, 10:26 Uhr | Financial Times Deutschland

Swiss-Mitarbeiter versteigern ihre Käsebretter im Internet (Screenshot: ricardo.ch)

Swiss-Mitarbeiter versteigern ihre Käsebretter im Internet (Screenshot: ricardo.ch)

Die Mitarbeiter der Schweizer Fluglinie Swiss Air bekamen kein Geld zu Weihnachten, sondern Käsebretter. Empört versteigern sie die Dinger im Internet - für beachtliche Summen.

Passagierrekord bei der Swiss

Bei der Lufthansa-Tochter Swiss läuft es eigentlich bestens: neues Logo, neuer Werbeauftritt, mit 15 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr so viele Fluggäste wie noch nie befördert, ausgezeichnet mit dem Travel Star Award als beste Airline auf Kurz- und Mittelstrecken.

Deutlich mehr Gewinn

Mehr Geld gab es auch: Mit 288 Millionen Schweizer Franken (rund 237 Millionen. Euro) lag der operative Gewinn in den ersten neun Monaten 2011 um 24 Prozent höher als im Vorjahresraum. Wenn da bloß diese Sache mit den Käsebrettern nicht wäre.

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Denn seit Dezember meckern sie, die Mitarbeiter der größten Schweizer Fluggesellschaft. In den vergangenen vier Jahren bekamen die 7600 Angestellten jeweils im Schnitt 2000 Franken pro Weihnachtsfest. 2011 gab es: ein Käsebrett. Aus Holz, in Form einer Heckflosse, mit Schweizerkreuz. Dazu noch ein bisschen Schokolade.

Spott und Häme für die Swiss

Und nachdem intern der Ärger der so üppig Beschenkten etwas abgeklungen ist, köchelt die Sache nun im Internet weiter. Dort versteigern nämlich Mitarbeiter ihre Bretter. Dreistellige Summen bekommen sie mittlerweile für die Dinger. Für Swiss bleiben Spott und Häme übrig.

"Ich habe soeben aus Solidarität mit den Swiss-Angestellten auf alle Fliegerbretter geboten", heißt es etwa im Online-Leserbrief eines Max Hubers an die Schweizer Boulevardzeitung "Blick". "Hoffentlich tun es mir viele nach. Sie haben es wohlverdient, dass Sie damit Ihren knappen Zahltag etwas aufpolieren können!"

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Bis zu 150 Franken für ein Käsebrett

Seit Weihnachten haben etliche Swiss-Angestellte über das Onlineauktionshaus Ricardo ihre Käsebretter veräußert, derzeit laufen noch sechs Versteigerungen. Die Gebote lagen am Montagnachmittag zwischen 99 und 150 Schweizer Franken. Viel Geld für ein Käsebrett, aber wenig, um ein Großunternehmen zu düpieren.

Hochwertiges Produkt

Keiner der Versteigernden wollte sich zur Sache äußern, auch die Fluglinie gibt sich vornehm zurückhaltend. "Wir nehmen die Reaktionen unserer Mitarbeitenden selbstverständlich ernst. Grundsätzlich kann jeder Mitarbeitende selber entscheiden, was er mit dem Geschenk unternimmt", heißt es in der Presseabteilung. Auf die Qualität der Ware lässt man dort allerdings nichts kommen: "Beim eigentlichen Geschenk, dem Käsebrett, handelt es sich um ein hochwertiges Schweizer Produkt."

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Mitarbeiter verschmähen Geschenk

Das interessiert nur die Swiss-Angestellten nicht. Die Online-Auktionen sind lediglich die jüngsten Auswüchse einer recht veritablen Störung des Betriebsklimas. In Facebook-Gruppen machten die Angestellten ihrem Unmut Luft. "Ich will Cash und nicht Käseplättli", hieß es da. Und: "Dieses Präsent empfinde ich als abschätzig und als blanken Hohn! Vielleicht ist es aber auch das unbewusste Bekenntnis, dass so mancher in der oberen Etage ein Brett vor dem Kopf hat." Etliche Mitarbeiter schickten ihre Käseplatten zurück, in der Poststelle der Fluglinie stapelten sich vor dem Weihnachtsfest die verschmähten Geschenke.

Sparmaßnahme typisch deutsch

Bleibt die Frage, wieso Swiss in einem so erfolgreichen Jahr den eigenen Leuten die Gratifikation streicht. Offiziell heißt es, die Erwartungen an das Geschäftsjahr wurden nicht übertroffen, auch sei der Ausblick für 2012 eher bescheiden. Vorauseilendes Knapsen sozusagen. Intern aber hält sich das Gerücht, dass der ausbleibende Geldsegen am Jahresende mit den Sparmaßnahmen des Mutterkonzerns Lufthansa zusammenhänge und damit "typisch deutsch" sei. Und das wäre dann am Ende ein Schuldiger, mit dem es sich doch prima leben lässt.


Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (6)

zum Forum

Thema: "Swiss Air verschenkt Käsebretter: Internet-Häme für Schweizer Airline "

Bin Ehrlich schrieb: am 12. Januar 2012 um 14:01:05
(0) (1) Swiss-Bretter
Ein oft beobachteter Trend....Was die Herren Sparfüchse alle nicht begreifen: Gut motiviertes Personal ist das eigentliche
Betriebskapital eines jeden Unternehmens, gleich welcher Branche. Sich dieses Kapital mit solchen Lächerlichkeiten sauer zu fahren, zeugt allenfalls von unternehmerischer Kurzsicht - aber genau DIE ist leider en vogue. Hauptsache, die Zahlen stimmen DIESES Mal - nächstes Jahr ist ein anderer dran....
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Alfred schrieb: am 11. Januar 2012 um 21:53:21
(1) (1) Swiss Air - Lufthansa
Da scheint bei den Schweizern das angekommen zu sein was in D üblich ist, was ein Mitarbeiter dem Arbeitgeber wert ist
- nämlich ein Käsebrett wenns hoch kommt. Schließlich gibt in D keine Mitarbeiter sondern lediglich Humankapital und das ist auch noch ein Kostenfaktor. Herzlich willkommen Swiss-Air bei der Lufthansa. Was werdet ihr noch Augen machen.
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1972 schrieb: am 10. Januar 2012 um 16:18:08
(0) (1) die armen Gebeutelten oder gebeutelte Arme?
Kündigen, sofort. Der AG hat jeden Kredit verspielt. Plus Klage vorm...Tresen.

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