Der Benzinpreis ist drastisch gestiegen (Bild: imago)Ein Böses Erwachen brachte die erste Woche des neuen Jahres allen Autofahrern. Innerhalb von wenigen Tagen zogen die Preise für Kraftstoffe deutlich an. Die Marke von 1,20 Euro ist an vielen Zapfsäulen bereits erreicht, was in vielen Regionen einen Aufschlag von 20 Prozent innerhalb einer Woche bedeutet. Und erst gestern Abend wurde die nächste Preisrunde ins System eingespielt. Um bis zu vier Cent ging es noch einmal nach oben.
Im selben Zeitraum sind die Preise für Rohöl ebenfalls kräftig gestiegen. Kostete ein Barrel Rohöl (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) Ende Dezember noch um die 36 Dollar, stieg der Preis bis zum 5. Januar wieder auf über 50 Dollar an, um sich danach wieder auf Talfahrt zu begeben. Aktuell notiert US-Öl um die 40 Dollar pro Barrel. Ähnliche Kursbewegungen waren bei der Nordsee-Sorte Brent und OPEC-Öl zu beobachten.
Preisanstieg wird schnell weitergegeben
Rohöl hat sich damit in kurzer Zeit um beinahe 40 Prozent verteuert, während die Preise den Tankstellen um 20 bis 25 Prozent zugelegt haben. Interessant an dieser Entwicklung ist der extrem kurze Zeitraum, in dem die Schwankungen eingepreist wurden. Verbraucher sollten in den kommenden Tagen Preise entsprechend genau vergleichen.
Esso nimmt Normalbenzin vom Markt
Beim Vergleichen dürfte Autofahrern auch auffallen, dass nach Shell auch Esso als zweiter großer Ölkonzern Normalbenzin aus dem Programm nimmt. Die Nachfrage nach Normal sei kräftig gesunken, erklärte Esso zur Begründung. Bereits im September hatte Shell Normalbenzin aus dem Programm gestrichen. Aral und Total halten dagegen noch an der einfachen Kraftstoffsorte fest.
Vorteil für die Industrie
Der Absatz von Normalbenzin war eingebrochen, nachdem die Branche im Jahr 2007 die Preise von Super- und Normalbenzin angeglichen hatte. Weil jeder Motor, der laut Herstellervorgaben Normalbenzin braucht, auch mit dem besseren Superbenzin betrieben werden kann, gibt es in den Augen der Mineralölwirtschaft im Grunde keine Notwendigkeit für Normalbenzin mehr. Der Verzicht auf Normal vereinfacht das Geschäft der Mineralölindustrie und spart Kosten, etwa für getrennte Tanks.