Die Gewerkschaft Ver.di wirft der Drogeriekette Schlecker Lohndumping vor (Foto: imago)Die Gewerkschaft Ver.di wirft der Drogeriekette Schlecker Lohndumping vor. Derzeit würden auch in Hessen kleinere Schlecker-Filialen geschlossen und die Mitarbeiter entlassen, sagte der hessische Ver.di-Fachbereichsleiter Handel, Bernhard Schiederig. Zugleich öffne Schlecker über eine Tochter aber größere Filialen, die ihre Mitarbeiter nicht mehr nach Tarif bezahlten. Schlecker hatte angekündigt, in Deutschland mehrere hundert größere Filialen mit bis zu 1000 Quadratmeter Ladenfläche zu öffnen. Allerdings werde auch an kleinen Filialen festgehalten. Die Firma hatte den Vorwürfen von Ver.di widersprochen, damit unter dem Strich Stellen abzubauen.
Nach Angaben von Ver.di gibt es in Hessen inzwischen drei der neuen Großfilialen von Schlecker: In Kassel, Frankfurt und in Groß-Bieberau in Südhessen. In Groß-Bieberau sei eine kleine Filiale geschlossen worden und direkt daneben eine Großfiliale eröffnet worden. Dabei habe sich Schlecker aber geweigert, die vier bisher in der kleinen Filiale beschäftigten Mitarbeiter zu übernehmen.
Nur noch 6,50 Euro die Stunde
Laut Schiederig zahlt Schlecker in den kleinen Filialen analog zum allgemeinen Einzelhandels-Tarifvertrag 12,98 Euro pro Stunde. Die neue Firma Schlecker XL, die nicht unter den Vertrag falle, zahle dagegen nur 6,50 Euro pro Stunde. Die Gewerkschaft, die derzeit bundesweit gegen Schlecker protestiert, will mit einem eigenen Tarifvertrag durchsetzen, dass die bisher Beschäftigten von den Großfilialen übernommen und auch nach allgemeinem Tarif bezahlt werden.
Zahl der Filialen deutlich gesenkt
Schlecker ist mit rund 14.000 Filialen in 13 europäischen Ländern eines der 25 größten Handelsunternehmen in Europa. Allein in Deutschland gibt es rund 10.000 Filialen. Nach Einschätzung des bundesweit bei Ver.di für Schlecker zuständigen Unternehmensbetreuers Achim Neumann sind allein in diesem Jahr schon 500 Stellen in Deutschland gestrichen worden. Seit 2005 sei die Zahl der Filialen von 11.000 auf rund 9400 gesunken. Er warf dem Unternehmen im Zusammenhang mit der Umstrukturierung "Geheimniskrämerei" vor.