23.12.2011, 19:06 Uhr | dapd, dpa
Nach dem Insolvenzantrag des Kraftwerkbauers Solar Millennium sind knapp 200 Millionen Euro Anlagevermögen massiv bedroht. Diese Summe stehe noch aus laufenden Unternehmensanleihen zur Rückzahlung aus, teilte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) mit. Vor allem Kleinanlegern drohen nun hohe Verluste.
"Wir schätzen, dass es 8000 bis 10.000 Betroffene gibt", sagte SdK-Vorstand Daniel Bauer. Seine Schätzung beruht auf der Erfahrung mit anderen Fällen und der Tatsache, dass noch rund 200 Millionen Euro der emittierten Anleihen offen seien. Das sei die Summe, die Anleger überwiesen hätten. Rund 95 Prozent davon stammten wohl von Privatanlegern, die im Durchschnitt rund 20.000 Euro einbrachten.
Bei Solar Millennium gebe es verschiedene Gruppen von Geschädigten, sagte Bauer. Einige der Anleihen würden an der Börse gehandelt und könnten verkauft werden. Andere seien älter und wie eine Zwangsjacke. Ähnlich wie beim Festgeld müsse der Anleger warten, bis das Papier ausläuft.
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Doch angesichts der Insolvenz des Unternehmens dürfen die Anleger nicht mehr mit viel Geld rechnen. Die Zeichner der Anleihen stehen in der Rangfolge der Gläubiger ganz hinten. Betroffene sollten dennoch demnächst ihre Ansprüche geltend machen, rät Jürgen Kurz von der SdK. "Allerdings ist klar, dass die Chance, dass man was bekommt, sehr sehr klein ist."
Der Anlegerverband rät den Betroffenen daher sich zu organisieren. Schon 70 hätten sich bei der SdK kostenlos registrieren lassen, um ihre Interessen gebündelt vertreten zu lassen. In schwierigen Fällen könne eine Jahresmitgliedsgebühr notwendig werden, die 65 Euro koste, sagte Bauer. Den großen Ansturm erwartet er noch, das dauere immer ein wenig. Rund die Hälfte der Anleger blieben in solchen Fällen jedoch "apathisch", meldeten sich also gar nicht oder merkten erst, was passiert ist, wenn sie zufällig ins Depot schauten.

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Die SdK teilte weiter mit, sie werde das Insolvenzverfahren aktiv begleiten und die Interessen der Anleiheinhaber auch auf den aller Voraussicht nach künftig stattfindenden Gläubigerversammlungen vertreten. Sie werde sich ferner dafür einsetzen, dass ein unabhängiger Vertreter die Interessen der Anleiheinhaber in einem eventuellen Gläubigerausschuss wahrnehmen werde.
Neben den Käufern von Anleihen müssen auch die Halter von Aktien mit großen Verlusten rechnen: Das Papier ist nach dem 52-Wochen-Höchststand von 21,65 Euro im April inzwischen auf 40 Cent gefallen. Der Börsenwert des Unternehmens sank damit von gut 270 Millionen auf nur noch fünf Millionen Euro. Zu Spitzenzeiten 2007 war die Aktie fast 50 Euro wert.
Quelle: dpa , dapd
Woife schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 20:46:15
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Pleite
Sorry, aber wie bei der Bankenpleite jammern wir hier um die Anleger, wenn jedoch ein klein-, oder mittelständisches Unternehmen
Pleite geht interressiert das Niemand. Wrong Way.
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rockerrr schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 20:39:17
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Fossile Energieträger haben keine Zukunt
Solar Millenium hatte das Pech dass Photovoltaikmodule so extrem im Preis gefallen sind. Selbst in
Deutschland kann man damit Strom unter 15 Cent/KWH erzeugen. Die Spiegeltechnik von Solarmillenium benötigt mind. 30 Cent und zwar in Spanien. Schuld war ein Kombination aus aufgebauten Überkapazitäten und Förderkürzungen. Die chin. Hersteller machen mehr Verluste als eine deutsche Solarworld. Schaut euch die Quartalsberichte an. Aber an allem sind ja die Chinesen Schuld.
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Realist schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 20:36:24
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@meself
Bist sicher ein Gas-, Kohle-, Atom- und / oder Öl-Nutzer. Da flieg mal für billig dahin, wo das in Nigeria oder Japan gefördert
oder genutzt wird. Ist alles total ungiftig, echt. Und die Bevölkerung dort strahlt so richtig vor Begeisterung darüber. Muss sich also kein involvierter Konzern oder gar ein Nutzer hier Gedanken machen, dass da Sondermüll entstehen könnte - anders als bei den "Platten", die du ja so weise als solchen bezeichnest...
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