
29.12.2011, 16:25 Uhr | Financial Times Deutschland
DAX-Chart in der Frankfurter Börse (Foto: imago)
Die Indexfondstochter der Royal Bank of Scotland feiert sich gerade selbst. Man habe den ersten ETF weltweit aufgelegt, der einen CTA-Index abbildet, verkündete RBS Market Access jüngst. Die Abkürzung des Index steht für Commodity Trading Advisors und beschreibt eine Strategie, die auch unter dem Namen Managed Futures bekannt ist.
Dahinter verbirgt sich der Handel mit Termingeschäften. Managed-Futures-Indizes wie der an der Wiener Börse berechnete MFX oder der Barclays CTA Index halten sich gerade im Vergleich zu Aktienindizes besonders gut. Der MFX ist seit August um nur zwei Prozent gefallen - Aktien verloren ein Vielfaches an Wert.
2009 und 2010 hatten die Fonds geschwächelt, nun spielen sie wieder ihre Stärke aus. Größtes Plus ist ihr Diversifikationspotenzial: Die Manager handeln mit Termingeschäften auf nahezu alle Anlageklassen und Handelsgüter. So können sie in Dutzenden verschiedenen Märkten zugleich aktiv sein. Darüber hinaus müssen sie sich selbst in kleinen Märkten kaum Sorgen über mangelnde Liquidität machen. "Der Futures-Markt ist der liquideste Markt überhaupt", sagt Anlageberater Rolf Klein von der Finanzplanungsgesellschaft Klein und Quandt.
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Weiterer Pluspunkt: Handelsentscheidungen treffen die Manager meist auf Basis computergestützter Handelssysteme, die kurz- und langfristige Trends analysieren. Damit können sie auf steigende wie fallende Kurse setzen. Am besten funktioniert die Strategie in Märkten, die klar auf- oder abwärts gehen. So wie derzeit: "Wir befinden uns in einem guten Umfeld für Managed-Futures-Strategien", sagt Lukas Diehl, Leiter des Portfoliomanagements bei der Investmentbank Varengold, die zu den wenigen CTA-Spezialisten in Deutschland zählt. Die Aktienmärkte schwanken zwar, anderswo zeigen sich aber klare Tendenzen: "Der Bund-Future hat beispielsweise seit Jahresbeginn stark zugelegt", sagt Diehl.
Steigt der Kurs dieses Finanzinstruments, erwarten Marktteilnehmer fallende Zinsen. Auch im Währungsbereich hat die Euro-Krise zu klaren Trends geführt. Die breite Streuung der Investments in CTA-Fonds führte schon im Krisenherbst 2008 dazu, dass sich die Fonds gut hielten und zum Teil zulegten, während Aktienfonds in den Keller fielen. Anbieter verzeichnen seitdem wachsendes Interesse von Anlegern. "Die Nachfrage nach Managed Futures hat seit Ende 2008 stark zugenommen und steigt nach wie vor", sagt Diehl.
Die Anbieter reagieren, indem sie immer mehr Produkte auflegen, die auch für Privatanleger erhältlich sind. Das ist bisher nicht die Regel. Managed Futures fallen hierzulande in die Kategorie Hedge Fonds und unterliegen strengen Beschränkungen im Vertrieb. Anleger können sich hauptsächlich über Zertifikate an der Strategie beteiligen, mit denen Anbieter die Verkaufseinschränkung umgehen. "In Deutschland arbeiten aber immer mehr Anbieter daran, Managed Futures in einem UCITS-III-konformen Konzept umzusetzen", so Diehl: "Das Thema Zertifikate rückt deutlich in den Hintergrund."
Fonds, die der Wertpapierrichtlinie UCITS III unterliegen, werden von der Finanzaufsicht überwacht und müssen bestimmte Transparenzvorgaben erfüllen. Dafür darf die Branche sie an jeden verkaufen. Völlig transparent können aber auch UCITS-konforme CTA-Fonds kaum sein. Weil sie in vielen, sich teils schnell bewegenden Märkten unterwegs sind und kurz-, mittel- und langfristige Trends betrachten, kann sich die Zusammensetzung rasch ändern. "Man hat keine hundertprozentige Transparenz", sagt Anlageberater Klein.
Die Stärke der Fonds, ihre breite Streuung, wird so zum Nachteil. "Sie kann zudem die Rendite verwässern", sagt Klein. Etwa 2010: Aktienanleger fuhren wieder Gewinne ein; Managed Futures schwächelten, weil andere Märkte sich uneinheitlich entwickelten.
Privatanleger stehen aber auch bei den neuen, frei zugänglichen CTA-Fonds nicht im Vertriebsfokus. "Managed Futures sind ein stark erklärungsbedürftiges Produkt", sagt Detlef Glow, Leiter der Fondsanalyse beim Datenanbieter Lipper: "Die Anbieter sprechen damit wohl eher semiinstitutionelle Investoren an."
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Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de
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Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video