Tesla-Gründer Elon Musk (Foto: Reuters)Die Börse glaubt an die Zukunft des Elektroautos: Die Aktien des Technikpioniers Tesla Motors sind am Dienstag in New York gegen den schwachen Markttrend stark gestartet. Die Anleger schluckten nicht nur den höheren Verkaufspreis von 17 US-Dollar je Aktie, am ersten Handelstag sprang der Kurs des Börsenneulings dann auch noch bis auf fast 24 US-Dollar nach oben. Das ist ein Kursgewinn von mehr als 40 Prozent.
Der Elektroauto-Hersteller hatte 11,9 Millionen Aktien losgeschlagen, die Alteigener verkauften aus ihrem Bestand weitere 1,4 Millionen Papiere. Die Zahl der Anteilsscheine hatte Tesla bereits wegen der großen Nachfrage im Vorfeld angehoben. Ursprünglich hatte das Unternehmen auch nur 14 bis 16 Dollar je Aktie verlangen wollen. Dank der enormen Kurszuwächse war der Tesla-Börsengang das zweitbeste Börsendebut in diesem Jahr. Das in Palo Alto in Kalifornien ansässige Unternehmen ist der erste US-Autobauer, der seit Ford Motor Co. im Jahr 1956 an die Börse gegangen ist.
Deutsche Bank half Tesla
Die Investoren legten insgesamt 226 Millionen Dollar für ein Unternehmen auf den Tisch, das seit seiner Gründung durchgängig Verluste schreibt. Die Anleger hoffen darauf, dass nach dem Hype um die Entwicklung von Elektroautos jetzt auch die Kunden bereit sind, den Mehrpreis für den Umstieg vom Verbrennungsmotor auf die neue Technik zu zahlen. Die Deutsche Bank half Tesla beim Börsendebüt. Mit den Einnahmen soll vor allem die Produktion ausgebaut werden.
Musk bleibt Hauptaktionär
Hauptaktionär ist und bleibt Tesla-Gründer Elon Musk. Er muss mit mindestens 65 Prozent beteiligt bleiben, sonst verfällt ein 465 Millionen Dollar schwerer Kredit der US-Regierung, mit dem sie die alternative Antriebstechnik fördert. Bislang hat Tesla lediglich knapp 1100 seiner Sportwagen verkauft, die für 2012 angekündigte Limousine "S" soll auf fünfstellige Stückzahlen kommen.
Risikoreiches Investment
Tesla verliert allerdings seit der Gründung vor sieben Jahren Geld. Bei dem Wachstum, das Tesla an den Tag lege, sei das auch nicht verwunderlich, sagte Musk dem Wirtschaftssender Bloomberg TV. Das Unternehmen hat allein im ersten Quartal unterm Strich 29,5 Millionen Dollar verbrannt - bei einem Umsatz von gerade einmal 20,8 Millionen Dollar. Als entsprechend risikoreich hatten Beobachter im Vorfeld den Börsengang für Anleger eingestuft.
Zu den Kunden zählt George Clooney
Mit seinem gut 100.000 Dollar teuren Elektrosportwagen "Roadster" hat sich Tesla jedoch einen Namen gemacht. Zu den Kunden zählen US-Medien die Schauspieler George Clooney und Brad Pitt. Das Auto braucht nur 3,9 Sekunden, um auf 100 Stundenkilometer zu beschleunigen, Ende ist erst bei Tempo 200. Eine Batterieladung reicht für rund 400 Kilometer.
Begehrter Partner für die Großen
Das macht Tesla zu einem begehrten Partner für die Großen der Branche. Der deutsche Autobauer Daimler ist bereits beteiligt. Tesla liefert die Batterien für den konzerneigenen Elektro-Smart. Gemeinsam mit Toyota will Tesla ganze Elektroautos bauen. Die Japaner kauften sich abseits der Börse mit 50 Millionen Dollar bei den Kaliforniern ein.