Zwölf-Monats-Chart ThyssenKrupp - Verlaufskurse in EUR (Grafik: t-online.de) Den Stahlhersteller ThyssenKrupp belastet die derzeit sinkende Nachfrage nach Stahl. Zugleich profitiert er jedoch von den fallenden Erzpreisen. Auf die Krise in der Automobilbranche will der Konzern mit einem Werksverkauf reagieren. Die ThyssenKrupp-Aktie steht deshalb aus charttechnischer Sicht vergleichsweise gut da. #
Die sinkende Nachfrage nach Stahl wirkt sich derzeit massiv auf die Rohstoffpreise aus. So ist der Spotpreis für Eisenerz bereits unter den Preis gerutscht, über den die Rohstoffkonzerne ihre Jahreskontrakte abgeschlossen haben. In den fünf Jahren zuvor hatte sich der Eisenerzpreis dagegen mehr als verdreifacht. Allein in 2007 mussten die Stahlhersteller einen Anstieg um 65 Prozent verkraften. Branchenkenner gehen jedoch für 2009 von einem weiteren Preisverfall um bis zu 40 Prozent aus. Da die aktuellen Verträge des Stahlkonzerns ThyssenKrupp spätestens im nächsten Frühjahr auslaufen, bedeutet dies für das Essener Unternehmen, dass es im kommenden Jahr mit seinen Kunden über neue Stahlpreise verhandeln kann, nachdem die Abschlüsse mit den Rohstoffkonzernen stehen. Auf diese Weise kann ThyssenKrupp bei den Verhandlungen die tatsächlichen Kosten zugrunde legen und günstigere Abschlüsse erzielen.
Reaktion auf Absatzprobleme
Der Essener Stahlkonzern hat die Konsequenz aus der aktuellen Krise der Automobilwirtschaft gezogen und plant deshalb, sein Werk Bilstein Suspension im sauerländischen Werdohl zu verkaufen. Allein aufgrund der Turbulenzen um das Weiterbestehen des Rüsselsheimer Autoherstellers Opel werten Branchenkreise dies als wichtigen Schritt, denn die angeschlagene GM-Tochter ist einer der Hauptkunden der ThyssenKrupp-Fahrwerkssparte.
Zwei größere Widerstände
Die ThyssenKrupp-Aktie (ISIN: DE0007500001) legte am Dienstag einen Blitzstart hin und konnte sich im weiteren Tagesverlauf unter den Gewinnern im DAX halten. Aus charttechnischer Sicht steht das Papier vor einer Entscheidung: Entweder der kurzfristige Abwärtstrend seit Anfang September (derzeit bei 14,30 Euro) wird überwunden. Oder die Tiefstände bei 12 Euro werden nochmals getestet. In ersterem Fall hemmt jedoch schon bei etwa 17 Euro ein erster Widerstand (siehe Chart-Vergrößerung oben). Nach dessen Überwindung wartet der nächste größere Widerstand erst oberhalb von 30 Euro. Sollte andererseits die Marke von 12 Euro fallen, fände der ThyssenKrupp-Kurs technisch erst bei den Tiefständen aus 2003 bei 7 Euro eine Unterstützung (vgl. 6-Jahres-Chart) (18.11.2008)
----------------------------------------------------------------------------------------------------- Tipp der Redaktion Mit dem Newsletter "Wirtschaft&Finanzen" von wirtschaft.t-online.de erhalten Sie weitere, nutzwertige Informationen rund ums Geld werktags am Nachmittag per eMail in Ihr Postfach - ohne Zusatzkosten natürlich - auch für Nicht-t-online.de-Kunden. - Hier können Sie den Newsletter abonnieren. -----------------------------------------------------------------------------------------------------
Hinweis Diese Publikation beruht auf allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere Informationenüber konkreteAnlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.