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ThyssenKrupp blickt nach guten Quartals-Ergebnissen mit Zuversicht in die Zukunft

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ThyssenKrupp nach erstem Quartal optimistisch

21.01.2010, 14:26 Uhr

ThyssenKrupp: Werke in Brasilien machen Ärger, sind aber nach Eigenauskunft "wertschaffend" (Foto: ddp)ThyssenKrupp: Werke in Brasilien machen Ärger, sind aber nach Eigenauskunft "wertschaffend" (Foto: ddp)Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp blickt nach dem ersten Quartal trotz erneut gestiegener Kosten für seine neuen Werke wieder optimistischer in die Zukunft. "Unsere Ergebnisse sind besser als erwartet", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz bei der Hauptversammlung in Bochum. "Die Geschäftsentwicklung erlaubt uns, mit gedämpftem Optimismus nach vorn zu schauen." Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht, sie werden am 12. Februar veröffentlicht. Schulz betonte aber, dass die Mehrzahl der acht Geschäftsbereiche von Oktober bis Dezember positive Ergebnisse erzielt habe, die europäische Stahlsparte etwa einen Gewinn im knapp dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Keine vorschnelle Freude - Risiken bleiben hoch

"Unsere Prognose für das Jahresergebnis kann ich ohne Abstriche bestätigen", sagte Schulz. Die Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf blieben aber weiter hoch. Die konjunkturelle "Stabilisierung" der vergangenen Monate sei noch nicht nachhaltig. Da staatliche Konjunkturprogramme inzwischen ausgelaufen seien, bestehe immer noch die Gefahr eines Rückschlags.

Prognose bestätigt

Beim bereinigten Ergebnis vor Steuern rechnet ThyssenKrupp dank des eingeleiteten Sparprogramms mit einem Gewinn in "niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Größe". Der Umsatz soll stabil bleiben. Im katastrophalen vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen inklusive aller Sondereffekte einen Vorsteuerverlust von fast 2,4 Milliarden Euro hinnehmen müssen, nach einem Gewinn von 3,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2007/08. Es war der erste Fehlbetrag überhaupt seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999. Der Umsatz sank fast ein Viertel auf 40,6 Milliarden Euro.

Weniger Dividende als im vorigen Jahr

Trotzdem will der Konzern eine Dividende von 30 Cent je Aktie ausschütten, ein Euro weniger als im Vorjahr. Mittelfristig strebt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 50 und 60 Milliarden Euro sowie einen Vorsteuergewinn von vier Milliarden Euro an. Die Zahl der Mitarbeiter soll im laufenden Jahr durch Stellenstreichungen und Veräußerungen von Konzernteilen um 20.000 auf rund 167.000 sinken.

Schulz: Neue Werke "wertschaffend"

Probleme bereiteten dem Konzern weiter die beiden neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA. Der Aufsichtsrat musste vor der Hauptversammlung erneut eine Erhöhung der Investitionsbudgets genehmigen. Dennoch sei die Wirtschaftlichkeit weiter gegeben, sagte Vorstandschef Schulz. Beide Projekte seien "wertschaffend".

Werke teurer als geplant

Die Baukosten in Brasilien liegen nun bei 5,2 Milliarden Euro - 500 Millionen Euro mehr als zuletzt. Als Gründe nannte Schulz höhere Ausgaben für Hochöfen sowie den Feuer- und Umweltschutz. Die Gesamtkosten inklusive der Ausgaben für den Anlauf hätten sich aber dennoch dank Einsparungen seit Mitte 2009 praktisch nicht verändert und lägen weiter bei bei rund 5,9 Milliarden Euro liegen. Ursprünglich sollte das neue Werk lediglich 1,3 Milliarden Euro kosten. Probleme bereitete allerdings der sumpfige Untergrund. Zudem wurden entgegen der ersten Planung die Kokerei, das Kraftwerk und der Hafen in das Investitionsbudget aufgenommen.

Endabrechnung im Mai

Das Investitionsvolumen für das Stahlwerk in Alabama musste um zehn Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar angehoben werden. Zu Buche geschlagen hätten hier Mehrausgaben für die Infrastruktur, den Brandschutz und die Kühleinrichtungen. Eine Endabrechnung für beide Werke will das Unternehmen im Mai vorlegen. Sie sollen im zweiten und dritten Quartal angefahren werden - allerdings wegen der schwierigen Wirtschaftslage langsamer als ursprünglich geplant.

Ein Euro für griechische Werft

Konzernchef Schulz gab sich optimistisch, dass die Verhandlungen über den weitgehenden Verkauf der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an den Schiffsbauer Abu Dhabi Mar bis Mitte Februar abgeschlossen sind. Der zivile Schiffbau der Werft soll zu 80 Prozent veräußert werden, die Marineaktivitäten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Arabern eingebracht werden. Keinen Fortschritt vermeldete Schulz in der Verhandlungen um den Verkauf der griechischen Krisenwerft HSY. Diese will ThyssenKrupp inzwischen zum Preis von einem Euro losschlagen. Hauptproblem ist, dass der Konzern noch auf Zahlungen von 520 Millionen Euro der griechischen Regierung wartet. Gespräche liefen, sagte Schulz.

Wachstum in Schwellenländern

Stärker will sich der Konzern in den Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien engagieren. "Diese Regionen bieten ThyssenKrupp ein großes Geschäftspotenzial", sagte Schulz. In China solle die Fahrstuhl-Sparte und der Stahlservice ausgebaut werden. In Indien werde das Geschäft mit Großwälzlagern gestärkt.


 

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