Preisdruck zwingt ThyssenKrupp zur Einschränkung seiner Stahl-Produktion Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp drosselt seine Produktion. Bis zum Jahresende werde die Stahl-Produktion um rund 500.000 Tonnen heruntergefahren, bestätigten Unternehmenskreise Informationen der Essener WAZ-Gruppe. Die Jahreskapazität liegt bei rund 13,5 Millionen Tonnen. Hochöfen sollen nicht abgeschaltet werden. Noch im ersten Halbjahr war die ThyssenKrupp-Produktion zu fast 100 Prozent ausgelastet gewesen.
Hintergrund sei ein Lagerabbau bei den ThyssenKrupp-Abnehmern, hieß es. Die Kunden signalisierten dem Unternehmen jedoch weiterhin, dass sie gut beschäftigt seien. Auch der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hatte in dieser Woche angekündigt, wegen des hohen Preisdrucks die Produktion in Europa herunterfahren zu wollen.
Zwei Walzwerke vorübergehend aus
In Luxemburg sollen ein Elektroofen und zwei Walzwerke vorübergehend abgeschaltet werden. Die Anlagen sollen zunächst bis Jahresende stillstehen, dann will das Management die Lage neu prüfen. Auch im brandenburgischen Eisenhüttenstadt und im französischen Florange fährt das Unternehmen Hochöfen herunter, wie es bereits zu Monatsbeginn mitgeteilt hatte.
Aktie verliert an der Börse
Die Aktien von ThyssenKrupp zeigen sich am Donnerstag im Vormittags-Handel bei 19,00 Euro etwa ein Prozent schwächer als zum gestrigen Xetra-Schlusskurs. Händler werteten die Aussagen als eher negativ. Allerdings gehörten die Aktien des im DAX notierten Stahlkonzerns im dritten Quartal zu den größten Verlierern, was das Abwärtspotenzial etwas begrenzt.