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ThyssenKrupp meldet Milliarden-Minus

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Stahlkrise trifft ThyssenKrupp

13.11.2009, 16:12 Uhr | dpa-AFX

ThyssenKrupp spürt die Krise (Foto: ddp) (Quelle: ddp)ThyssenKrupp spürt die Krise (Foto: ddp)Mit einem Verlust vor Steuern von mehr als 2,3 Milliarden Euro ist ThyssenKrupp im zurückliegenden Geschäftsjahr erstmals tief in die roten Zahlen gerutscht. "Das war das mit Abstand schlechteste Jahr in der kurzen ThyssenKrupp-Geschichte", stellte der Vorstandschef des vor zehn Jahren aus der Fusion von Thyssen und Krupp hervorgegangenen Konzerns, Ekkehard Schulz, in Düsseldorf fest. Trotz des Milliardenverlusts will sich der ThyssenKrupp-Vorstand dafür einsetzen, über eine Dividende von 30 Cent je Aktie rund 139 Millionen Euro an die Aktionäre auszuschütten. Bereits im laufenden Jahr will ThyssenKrupp in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

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Ergebnis von ThyssenKrupp bricht ein

Im Vergleich zum Jahr 2007/2008 brach im zurückliegenden Geschäftsjahr 2008/2009 das Vorsteuer-Ergebnis des Konzerns um fast 5,5 Milliarden Euro ein. Kurz vor dem Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise hatte ThyssenKrupp zum Bilanzstichtag Ende September vergangenen Jahres noch ein Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro vorgelegt. Die Aktie reagierte mit einem moderaten Plus auf die Zahlen.

Stahlbranche im Griff der Rezession

Vor allem die schlechte Stahlkonjunktur habe ThyssenKrupp im vergangenen Geschäftsjahr hart getroffen, erläuterte der Vorstandschef weiter. Allein in den tief in die roten Zahlen gerutschten Sparten Stahl (Steel) und Edelstahl (Stainless) verschlechterte sich das Ergebnis des Konzerns um zusammen fast 3,1 Milliarden Euro.

Sonderkosten belasten

Ohne Sondereffekte wie die Kosten für den Bau neuer Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie für den Umbau des Konzerns reduziere sich der Vor-Steuer-Verlust von insgesamt 2,4 Milliarden Euro auf ein Minus von nur noch 734 Millionen Euro, sagte Schulz weiter. Nachdem der Aufsichtsrat für den Bau des Stahlwerks in Brasilien zunächst ein Budget von rund drei Milliarden Euro genehmigt hatte, bezifferte ThyssenKrupp die Kosten für das Stahlwerk nun auf rund 4,7 Milliarden Euro.

ThyssenKrupp will weiter sparen

Nach dem Abbau von weltweit 12.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Geschäftsjahr kündigte Schulz weitere Personalreduzierungen durch Einsparungen und Verkäufe von Unternehmensteilen an. Eine Zahl nannte er jedoch nicht. In einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte Schulz im vergangenen Monat einen Abbau der Belegschaft im laufenden Jahr um "nochmals 15.000 bis 20.000" Beschäftigte angekündigt. Ende September beschäftigte ThyssenKrupp weltweit gut 187.000 Menschen.


ThyssenKrupp will in die schwarzen Zahlen zurück

Bereits im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 (30.9.) rechnet der größte deutsche Stahlkonzern dank des harten Sparkurses mit einem bereinigten Ergebnis vor Steuern in "niedriger dreistelligen Millionen-Euro-Höhe" mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Umsatz soll nach einem deutlichen Rückgang im zu Ende gegangenen Jahr von 53,4 Milliarden Euro auf nur noch 40,6 Milliarden Euro im angelaufenen Geschäftsjahr nahezu unverändert bleiben. "Wir sind überzeugt, dass wir das schaffen", sagte Schulz. Zum 1. Oktober dieses Jahres hatte der Konzern einen grundlegenden Umbau durchgesetzt. Insgesamt will ThyssenKrupp ab dem Geschäftsjahr 2010/11 bis zu zwei Milliarden Euro einsparen.

Dividende von 30 Cents

Man werde dem Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am 26. November die Zahlung einer Dividende von 30 Cent je Aktie vorschlagen, kündigte Schulz an. Die geplante Ausschüttung von 139 Millionen Euro müsse aus den Gewinnrücklagen finanziert werden, sagte ThyssenKrupp- Finanzvorstand Alan Hippe. Für das Geschäftsjahr 2007/2008 hatte ThyssenKrupp bei einer Dividende von 1,30 Euro noch rund 600 Millionen Euro an seine Anteilseigner ausgeschüttet. Größter ThyssenKrupp-Aktionär ist mit einem Anteil von 25,33 Prozent die gemeinnützige Krupp-Stiftung, an deren Spitze der Ehrenvorsitzende des ThyssenKrupp-Aufsichtsrats, Berthold Beitz, steht.



Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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