ThyssenKrupp erwartet einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang (Foto: ddp)Deutschlands größter Stahlproduzent ThyssenKrupp erwartet wegen des weltweiten Konjunktureinbruchs einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Der Stahlriese plant deshalb ein milliardenschweres Sparprogramm und will sich von 2100 seiner 3700 Leiharbeiter trennen. Auch Produktionsstillstände, Kurzarbeit und Personalanpassungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Konzernchef Ekkehard Schulz bei der Bilanzkonferenz in Essen.
"Wir können uns dem gegenwärtigen konjunkturellen Abschwung nicht entziehen, sind aber gut vorbereitet und solide finanziert", betonte der Vorstandsvorsitzende bei der Vorstellung der Konzernbilanz 2007/2008. Genaue Angaben zur Höhe der erwarteten Einbußen machte der ThyssenKrupp-Chef nicht. Die zunehmenden Unsicherheiten auf den Märkten erlaubten zurzeit keine quantifizierbare Prognose.
Bislang keine Entlassungen geplant
Schulz zufolge plane der Stahlriese ein Sparprogramm in einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro. Es soll zur Sicherung von Ergebnis und Liquidität dienen. Entlassungen fest angestellter Mitarbeiter seien bislang nicht vorgesehen. Vielmehr soll der Produktionsrückgang über Arbeitszeit- und Urlaubskonten abgefedert werden. Ob darüber hinausgehende Maßnahmen nötig würden, werde von der Tiefe und Dauer der weltwirtschaftlichen Krise abhängen.
Vorübergehende Werksschließungen
Wegen der zuletzt drastisch gesunkenen Nachfrage plant der Konzern zum Jahreswechsel vorübergehenden Werksschließungen von bis zu vier Wochen. Am stärksten werde davon die Edelstahlproduktion in Deutschland und Italien betroffen sein, sagte der Konzernchef. Doch hoffe der Stahlproduzent, dass sich die zuletzt dramatisch eingebrochene Nachfrage nach Stahl spätestens im zweiten Quartal 2009 wieder normalisiere, wenn Kunden und Handel die vorhandenen Lagerbestände abgebaut hätten.
Ausbau der Fertigungskapazitäten werden fortgesetzt
Trotz des Konjunktureinbruchs hält der Konzern grundsätzlich an seiner 2005 beschlossenen Wachstumsstrategie fest, die für die nächsten Jahre einen deutlichen Ausbau der Fertigungskapazitäten in Nord- und Südamerika vorsieht. Der Bau der neuen Werke in Brasilien und in den USA werde ungeachtet der Krise der US-Autoindustrie fortgesetzt, so Schulz.
Situation in den USA bleibt angespannt
Dem Vorstandsvorsitzenden zufolge sind bis zu 40 Prozent der geplanten Fertigung des neuen Stahlwerks in Alabama für die US-Autoindustrie bestimmt. "Kurzfristig bleibt die Situation angespannt", sagte der Manager. Doch hoffe der Konzern, schon 2010 wieder auf seinen langfristig angelegten Wachstumspfad zurückkehren zu können. ThyssenKrupp werde gestärkt aus dieser weltweit schwierigen Phase hervorgehen, meinte Schulz.