20.01.2012, 18:34 Uhr | dpa-AFX, dapd, AFP, t-online.de - mmr
Das neue Stahlwerk in Brasilien wird ThyssenKrupp auch im laufenden Geschäftsjahr noch einmal viel Geld kosten. Konzern-Chef Heinrich Hiesinger sagte auf der Hauptversammlung des Stahlriesen in Bochum laut verbreitetem Manuskript, er erwarte erneut ein "deutlich negatives Ergebnis" im US-Stahlgeschäft. Hauptursache dafür ist die Kostenexplosion in Brasilien von ursprünglich 1,3 Milliarden auf mittlerweile 5,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand im Geschäftsjahr 2010/11 (30. September) ein Verlust von knapp 1,8 Milliarden Euro. Die ThyssenKrupp-Aktie zeigte sich am Freitag im Vergleich zu anderen DAX-Werten zunächst überdurchschnittlich abgeschwächt, drehte später aber ins Plus.
Hiesinger erwarte zwar im Sommer mit der Inbetriebnahme der letzten Koksbatterie eine gewisse Verbesserung der Situation in Brasilien, doch bis das Stahlwerk mit optimaler Kostenstruktur arbeite, werde es noch geraume Zeit dauern. Dennoch sei der Konzern weiter davon überzeugt, dass der amerikanische Markt "aussichtsreiche Perspektiven" biete, sagte Hiesinger.
Der frühere ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz stand derweil Fehler beim Bau des neuen Werks in Brasilien ein. In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" räumte Schulz ein: "Natürlich habe ich Fehler gemacht. Ich habe zu lange den falschen Leuten vertraut." Er fügte hinzu: "Der Schaden wäre geringer gewesen, wenn ich früher gehandelt hätte - und glauben Sie mir: Ich mache mir deshalb Vorwürfe."
Der seit einem Jahr amtierende ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger sieht den Umbau des Industrie-und Stahl-Konzerns auf gutem Weg. Auf der Hauptversammlung am Freitag in Bochum bekräftigte der Konzernchef sein Vorhaben, sich von mehreren Geschäftsbereichen trennen zu wollen, um die Verschuldung zu reduzieren und Spielraum für Wachstumsinvestitionen zu erhalten. Auch die bis zum Jahresende geplante Trennung von der Edelstahlsparte Innoxum verlaufe nach Plan.
Ein Bericht des "Manager Magazins" hat noch eine andere Lösung parat. Demnach ziehe ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger bereits einen Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und im US-Bundesstaat Alabama in Betracht. Dabei erwäge der Konzernchef insbesondere die Trennung von dem brasilianischen Werk, schreibt das Magazin unter Berufung auf "Konzerninsider". Als Käufer gilt der brasilianische Bergbaukonzern Vale, der bereits mit 27 Prozent an dem Werk beteiligt ist. Ein Rückzug aus dem Projekt könne noch in diesem Jahr erfolgen.
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Hiesinger widersprach den Spekulationen über einen raschen Verkauf jedoch. Um das Potenzial der Stahlwerke zu heben, führe "kein Weg daran vorbei, den technischen Hochlauf unserer Werke in Brasilien und in den USA zu einem erfolgreichen Ende zu bringen und die Kosten zu optimieren". Der Konzern sei weiter davon überzeugt, dass der amerikanische Markt "aussichtsreiche Perspektiven" biete.
Für das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 (30. September) verzichtete der Konzernchef weiter auf eine Prognose. Hintergrund seien Unsicherheiten über den Verlauf der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Im ersten Geschäftsquartal, das am 31. Dezember endete, habe das Unternehmen einen deutlich Ergebnisrückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum verbucht. Genaue Zahlen zu den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres will das Unternehmen am 14. Februar vorlegen.
Mit einem Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro zählt ThyssenKrupp zu den deutschen Industriegiganten. Von den weltweit rund 180.000 Mitarbeitern des Unternehmens ist mit knapp 70.000 nur noch eine Minderheit in Deutschland beschäftigt.
Seit einem Jahr steht der ehemalige Siemens-Manager Heinrich Hiesinger an der Spitze des Konzerns, zu dem sich 1999 die Stahlpioniere Thyssen und Krupp zusammengeschlossen hatten. Das Unternehmen gliedert sich in die zwei Bereiche Materials (Stahl, Edelstahl) und Technologies (Anlagenbau, Aufzüge, Werften). ThyssenKrupp hat über 250.000 Aktionäre. Der Konzern ist zu rund 90 Prozent in der Hand von Anlegern mit größeren Aktienbeständen oder von institutionellen Anlegern. Gut die Hälfte des Grundkapitals wird von Anlegern mit Sitz in Deutschland gehalten. Größter Einzelaktionär ist die Essener Krupp-Stiftung mit einem Anteil von gut 25 Prozent.
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Quelle: dpa-AFX , dapd , AFP
Aktionär schrieb:
am 21. Januar 2012 um 12:24:13
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meine Dividende
Um die über 3-fach gestiegenen Kosten wieder reinzuholen, verlange ich die Streichung deutscher Arbeitsplätze. Der
Versager-Vorstand von EON macht es allen vor. Milliarden Euro im Ausland verbrennen ist ja soooo leicht.
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Bürger schrieb:
am 21. Januar 2012 um 11:31:39
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Stahlwerk
So ist es halt mit AG-Gesellschaften, es geht nur ums kurzfrisitge Geld, Rendite.
Was waren es noch Zeiten, als es hauptsächlich
GmbH´s gab u. Personengesellschaften, da standen noch Unternehmer persönlich in der Haftung u. dachten langfristig. Heute zählt nur der Cashflow, Rendite so hoch wie möglich, es wird nur gedacht von Quartal zu Quartal. Es zählt nur der Profit im jetzt u. sofort, heute entscheiden Aktionäre mit null Ahnung vom Geschäft u. Gewerk, keine Rendite, sofort Geld rausnehmen.
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liesldiesel schrieb:
am 20. Januar 2012 um 12:38:06
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stahlwerk
5600 millionen baukosten.sobald schwierigkeiten auftauchen mit riesenverlusten verkaufen.das sind keine manager das sind nur
überbezahlte buchhalter ohne stehvermögen.
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