03.03.2010, 10:52 Uhr | t-online.de/business
2009 haben viele Beschäftigte ihre Erkältung zu Hause auskuriert. (Foto: Imago)
In der Krise fürchten viele Arbeitnehmer um ihren Job - trotzdem haben sich die Beschäftigten in Deutschland 2009 deutlich öfter krankgemeldet als im Jahr zuvor. Zu dem Ergebnis kommt zumindest die Techniker Krankenkasse (TK) bei der Auswertung der Daten von 3,4 Millionen Versicherten.
Die Krankenkasse meldet, der Krankenstand unter den bei der TK versicherten Beschäftigten sei sprunghaft angestiegen und liege für 2009 bei 3,32 Prozent. Durchschnittlich 12,1 Tage waren Arbeitnehmer demnach krankgeschrieben, also fast einen Tag mehr als noch 2008. Das entspreche einem Anstieg der Fehlzeiten um 7,7 Prozent.
Den Angaben der TK zufolge ist die Entwicklung auf die weitere Zunahme der psychischen Erkrankungen um 13,9 Prozent und auf zwei Erkältungswellen in 2009 zurückzuführen. Die erste Infektwelle grassierte laut TK gleich zu Beginn des Jahres 2009 und erreichte ihren Höhepunkt am 27. Januar. "An diesem Tag erreichte der Krankenstand mit 4,4 Prozent den höchsten Wert des ganzen Jahres. Fast jede dritte Krankschreibung an diesem Tag war erkältungsbedingt", erklärt Wiebke Arps, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung.
Die zweite Erkältungswelle wirkte sich Mitte November am schlimmsten aus. "Diese Welle fiel vermutlich auch durch die Schweinegrippe höher aus als üblich. Da man von einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausging, wurde den Beschäftigten geraten, bei Erkältungssymptomen besser nicht zur Arbeit zu kommen", so die TK-Expertin. Deshalb seien viele Mitarbeiter in dem Winter mit Erkältungen, die üblicherweise nicht mit Krankschreibungen einhergehen, eher zu Hause geblieben.
Die Krankenstände fielen regional sehr unterschiedlich aus, so die TK. Beschäftigte in Baden-Württemberg meldeten sich demnach 2009 mit durchschnittlich zehn Tagen am wenigsten arbeitsunfähig. Am höchsten fielen die Fehlzeiten in Mecklenburg-Vorpommern (15, 2 Tage), Brandenburg (14,7 Tage) und Sachsen-Anhalt (14,3 Tage) aus. Der TK-Gesundheitsreport analysiert die Krankenstandsdaten sowie Arzneimittelverordnungen von 3,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger von Arbeitslosengeld I.
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