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Touristik-Konzern TUI spart sich zum Erfolg

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TUI federt Reiseflaute mit sparsamer Verwaltung ab

15.02.2010, 13:22 Uhr | dpa-AFX

Der Sparkurs bei Tui wirkt (Foto: ddp) (Quelle: ddp)Der Sparkurs bei Tui wirkt (Foto: ddp)Der weltgrößte Reisekonzern TUI hat die Touristik-Krise mit einem Sparkurs in der Verwaltung und einer Steuergutschrift überraschend gut abgefedert. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verringerten die Hannoveraner ihren saisontypischen Verlust, obwohl das Reisegeschäft schwer mit der Rezession zu kämpfen hatte. Die Container-Reederei Hapag-Lloyd, an der TUI noch mit 43 Prozent beteiligt ist, fuhr dank wieder steigender Frachtpreise und eines scharfen Sparkurses nur noch ein geringes Minus ein. Im Gesamtjahr will die TUI-Führung das operative Ergebnis vor Sondereffekten auf Konzernebene weiterhin steigern. Die TUI-Aktie reagierte am Montag zwischenzeitlich mit einem Plus von fast Prozent.

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TUI senkt Quartalsverlust um ein Drittel

Im ersten Geschäftsquartal verringerte TUI den Verlust unter dem Strich um ein Drittel auf 103 Millionen Euro und schnitt damit deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Neben der Steuergutschrift und der Kostensenkung in der Verwaltung profitierte der Konzern dabei von seinen verringerten Schulden. Zudem konnte TUI bereits vorgenommene Abschreibungen auf Kredite an Hapag-Lloyd wieder rückgängig machen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) vergrößerte sich allerdings um zwei Drittel auf 174 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um 15 Prozent auf rund drei Milliarden Euro.

Probleme in Großbritannien

Bei der britischen TUI-Tochter TUI Travel, in der der Konzern sein Veranstaltergeschäft gebündelt hat, verdoppelte sich der Verlust nahezu. TUI Travel gehört nur zu gut 54 Prozent dem Hannoveraner TUI-Konzern, die übrigen TUI-Travel-Aktien werden an der Londoner Börse gehandelt. Die Hotels und das Kreuzfahrtgeschäft, die direkt zur TUI AG gehören, litten ebenfalls unter der Krise.

Die Reise-Rezession macht sich bemerkbar

Reiseveranstalter schreiben im Winterhalbjahr typischerweise rote Zahlen. Die Gewinne werden vor allem im Sommer eingefahren. Dieses Mal schlug allerdings auch das verknappte Betten- und Flugangebot zu Buche. Ein Jahr zuvor hatte die Krise das Reisegeschäft noch nicht voll erwischt, da die meisten Kunden ihren Winterurlaub bereits vor dem Lehman-Schock im September 2008 gebucht hatten. In den vergangenen Wochen zogen die Buchungen TUI zufolge wieder an. Für den Sommer stockte der Veranstalter die Kapazitäten in Großbritannien um drei Prozent in Skandinavien um elf Prozent auf.


Rückläufiges Fracht-Geschäft

Die Container-Reederei Hapag-Lloyd brachte den Konzern unter dem Strich noch einen Verlust von 14 Millionen Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um 28 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Frachtpreise lagen trotz teils deutlicher Steigerungen noch immer 16 Prozent unter den Vorjahreswerten. Laut dem neuen TUI-Finanzvorstand Horst Baier hat Hapag-Lloyd den Großteil des Sparprogramms bereits umgesetzt. Von 1,1 Milliarden US-Dollar seien bereits 820 Millionen Dollar erreicht worden. Dem Sparprogramm sollen auch 120 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Die Reederei musste im vergangenen Jahr von TUI und dem Hamburger Eigentümerkonsortium Albert Ballin massiv gestützt werden. Zudem sagte der deutsche Staat eine Milliarden-Bürgschaft zu.

Prognose bestätigt

Für das Gesamtjahr bestätigte die TUI-Führung ihre Prognose, das um Sondereffekte bereinigte EBITA im Gesamtjahr 2009/2010 (30. September) in der Touristik stabil halten zu können. Wegen geringerer Belastungen im Zentralbereich soll das bereinigte EBITA der fortzuführenden Bereiche insgesamt sogar wachsen. Mit dem Verkauf und der teilweisen Rückmietung von Schiffen und Hotels will der Konzern seine Bilanz aufbessern. Bei Hapag-Lloyd soll das laufende Quartal zwar deutlich besser ausfallen als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum abgelaufenen Quartal bis Ende Dezember könnten die roten Zahlen allerdings wieder etwas größer werden.

Analysten reagieren eher positiv

Die Berenberg Bank ließ ihre Empfehlung nach den Zahlen auf "Buy" mit dem Kursziel von neun Euro. Der Konzern habe solide Kennziffern für das erste Geschäftsquartal ausgewiesen, schrieb Analyst Stefan Kick. TUI entwickele sich in einem schwierigen Marktumfeld gut, dies sei im aktuellen Kurs noch nicht eingepreist. Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher sieht das erste Quartal auf operativer Ebene "so schwach wie erwartet". Die Ertragskraft der Sparte Hotels & Resorts habe unterdessen enttäuscht. Weit besser als gedacht habe aber das Containergeschäft von Hapag-Lloyd abgeschnitten. Rothenbacher ließ seine Empfehlung nach den Zahlen auf "Hold" mit dem Kursziel von sieben Euro. Analyst Bernd Müll von der LBBW urteilte, Hapag-Lloyd habe sich gut entwickelt und der Umsatz sowie das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) hätten die durchschnittlichen Erwartungen nur leicht verfehlt. Das Nettoeinkommen habe positiv überrascht. Müll bleibt bei seiner Einstufung "Hold", überprüft aber sein Kursziel.




Quelle: dpa-AFX

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