06.04.2010, 14:17 Uhr | dpa-AFX, t-online.de/business
Die ostdeutsche Traditionsmarke Vita Cola ist seit 1994 wieder auf Erfolgskurs. (Foto: dpa)
DDR-Marken sind voll im Kommen: Die Traditionsmarke Vita Cola mischt dabei kräftig mit und hat ihren Marktanteil in Ostdeutschland deutlich ausgebaut. Bei dem Familienunternehmen aus Schmalkalden klingelten im vergangenen Jahr kräftig die Kassen. Und auch für die Zukunft hat sich der Betrieb einiges vorgenommen.
Vita Cola verbuchte 2009 nach Angaben des Unternehmens einen Absatz von 65 Millionen Litern und erreichte damit einen Jahresrekord. Der entspricht einer Steigerung um zehn Prozent im Vergleich zu 2008. Der Cola-Markt im Osten sei insgesamt nur um 3,2 Prozent gewachsen, hieß es. In ihrem Heimatland Thüringen konnte Vita Cola den Marktanteil auf fast 40 Prozent erhöhen, zwischen Ostsee und Fichtelgebirge kam fast jede fünfte verkaufte Cola aus Schmalkalden.
Zuwachsraten habe das Unternehmen auch bei dem neu eingeführten Mixgetränk aus Orangensaft und Cola erzielen können, erklärte Markenmanagerin Nicole Körner. Seit wenigen Tagen seien zwei weitere Produkte auf dem Markt: eine Orangen- und eine Zitronenlimonade. Damit sollen neue Kunden angesprochen werden.
1956 gab die damalige DDR-Regierung die Entwicklung einer eigenen Cola in Auftrag, um damit den bekannten West-Colas Paroli zu bieten. Dr. Hans Zinn kreierte im Jahr 1957 den bis heute unveränderten Geschmack von Vita Cola durch eine Kombination verschiedener ätherischer Öle wie etwa Zitrusöl, Vanille, Kolanüsse, Koffein und Vitamin C. 1958 folgte die Anmeldung beim Patentamt der DDR.
Der Siegeszug der DDR-Cola dauerte mehrere Jahrzehnte - bis sie schließlich nach der Wende aus den Regalen verdrängt wurde. 1994 gelang allerdings das Comeback: Die Thüringer Waldquell brachte Vita Cola im alten Design und mit dem bekannten Geschmack wieder auf den Markt. 2000 übernahm Vita Cola in Thüringen vor amerikanischen Marken die Marktführerschaft.
Vita Cola wird von der Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH vertrieben, die wiederum zur Hassia Gruppe im hessischen Bad Vilbel gehört. Der Konzern füllte im vergangenen Jahr 755 Millionen Liter Cola, Limo und Wasser ab. Das entspricht im Vergleich zu 2008 einem Rückgang von 2,7 Prozent. Der Umsatz der Gruppe sank trotz Zukäufen in der gleichen Größenordnung auf 225 Millionen Euro. Zum Gewinn macht das Familienunternehmen keine Angaben. Es beschäftigt bundesweit rund 1250 Mitarbeiter.
dpa-AFX, t-online.de/business
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