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TUI-Hauptversammlung: Kampf zwischen Fredriksen und Konzernführung

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Duell auf der TUI-Hauptversammlung

07.05.2008, 17:15 Uhr | AFP / T-Online

Konzernzentrale TUI  in Hannover ( Foto: imago) Konzernzentrale TUI in Hannover ( Foto: imago) Bei der Hauptversammlung des Schifffahrts- und Touristikunternehmens TUI haben sich Großaktionär John Fredriksen und die Konzernführung ein hartes Ringen um die Macht geliefert. Der Vertreter des norwegischen Milliardärs, Tor Olav Troim, forderte auf dem Aktionärstreffen in Hannover den Rücktritt von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow. Auch wandte er sich dagegen, die Schifffahrtsparte Hapag-Lloyd schnell abzuspalten. Dies hatte TUI-Chef Michael Frenzel, als dessen Vertrauter Krumnow gilt, zuvor als Ziel ausgegeben. Unterstützt wird Frenzel vom russischen Stahlmagnaten Alexej Mordaschow. Wer sich durchsetzen würde, war zunächst nicht abzusehen.

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"Keine hastige Trennung"
Troim warf Frenzel vor, ihm fehle eine klare strategische Ausrichtung. Es dürfe "keine hastige Trennung" von Hapag-Lloyd geben, das Börsenumfeld sei derzeit zu schwierig. Zudem beschuldigte der Fredriksen-Vertraute die TUI-Führung unter dem Beifall der Aktionäre, die demokratischen Rechte der Anteilseigner zu verletzen. Troim bezog sich dabei auf die überraschende Ernennung eines Mordaschow-Vertrauten für den TUI-Aufsichtsrat. Zuvor hatte Frenzel den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky aus dem Gremium abberufen, nachdem Mordaschow dessen Abwahl beantragt hatte.



Vertreter des Großaktionärs siegessicher
Ein Antrag Fredriksens auf Abberufung Krumnows stand für den späten Nachmittag auf der Tagesordnung, der Ausgang galt als ungewiss. Der Vertreter Fredriksens zeigte sich allerdings siegessicher: "Wir werden gewinnen", betonte Troim vor Journalisten. Sollte Fredriksen sich nicht durchsetzen, werde er seinen derzeit elfprozentigen Anteil an der TUI erhöhen, um eine außerordentliche Hauptversammlung durchzusetzen.

Monatelanger Streit
Verliert Krumnow seinen Posten, könnte das auch für Frenzel das Aus bedeuten. Fredriksen und Frenzel streiten seit Monaten über den künftigen Kurs des Konzerns. Der TUI-Chef verteidigte seinen Plan für die Hapag-Lloyd-Abspaltung: Hapag-Lloyd "zügig" zu verkaufen habe "deutliche Priorität". TUI solle sich völlig auf das Touristikgeschäft konzentrieren, das bislang nur eine der beiden Säulen des Konzerns ist. Unterstützt wird Frenzel dabei von Mordaschow, der mit der TUI das Russland-Geschäft deutlich ausbauen will. Der Chef des Konzerns Severstal, laut "Forbes" zweitreichster Mann Russlands, hält rund zehn Prozent der TUI-Anteile.

2400 Aktionäre in Hannover
Zu dem Aktionärstreffen in Hannover waren deutlich mehr Anteilseigner erschienen als noch im vergangenen Jahr: Nach Angaben eines Sprechers kamen rund 2400 Aktionäre nach Hannover, die insgesamt über mehr als 71 Prozent der Stimmrechte verfügen. 2007 waren nur Aktionäre mit insgesamt 47 Prozent der Stimmrechte auf der Hauptversammlung vertreten. Vor der Hauptversammlung hatte TUI den Aktionären recht positive Zahlen präsentiert: Der Konzern verringerte in seinem traditionell schwachen ersten Quartal seinen Verlust. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen machte das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 196 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Verlust noch 248 Millionen Euro betragen. Gewinne fährt TUI vor allem während der Urlaubssaison im Sommer ein. Die Schifffahrtsparte Hapag-Lloyd erreichte sogar die Gewinnzone: Bei einem leicht gewachsenen Umsatz machte die Sparte im ersten Quartal einen bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 24 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte sie noch 33 Millionen Euro Verlust gemacht.

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AFP / T-Online  

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