23.12.2011, 14:59 Uhr | dpa
Gute Nachrichten vom Tourismus-Markt: Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen und der Unruhen in Nordafrika hat Europas größter Reiseveranstalter TUI Travel im abgelaufenen Geschäftsjahr den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Lukrative Exklusiv-Reisen bescherten der wichtigsten Tochter des deutschen Reisekonzerns TUI ausgerechnet im von der Wirtschaftskrise gebeutelten Großbritannien einen Rekordgewinn. In der laufenden Wintersaison spürt Vorstandschef Peter Long allerdings die Zurückhaltung der Kunden. Ernsthafte Sorgen macht er sich dennoch nicht.
Im Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) verdiente TUI Travel unter dem Strich 85 Millionen britische Pfund (99 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen wegen der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island einen Verlust von 123 Millionen Pfund verbucht. Die TUI-Travel-Aktie reagierte in London kurzfristig mit einem Kurssprung um bis zu sieben Prozent. Die Aktie des Mutterkonzerns TUI gewann in Frankfurt ebenfalls.
Konzernweit kletterte der Umsatz überraschend stark um neun Prozent auf 14,7 Milliarden Pfund. Der um Sonderfaktoren wie die Vulkanasche-Wolke bereinigte operative Gewinn legte um 18 Prozent auf 471 Millionen Pfund zu und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktionäre sollen mit einer von 11,0 auf 11,3 britische Pence gestiegenen Dividende je Anteil an dem Erfolg teilhaben.
Aktuelle Stellenangebote für Ingenieure, Projektleiter, Piloten und Flugbegleiter in Ihrer Wunschregion finden.
Jobsuche starten
Während der Branchenzweite Thomas Cook besonders in Großbritannien unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise leidet, konnte TUI Travel dort punkten. Vor allem Exklusiv-Reisen sorgten für mehr Gewinn.
Dabei geht es um Hotelangebote, die außer TUI Travel kein Veranstalter im Programm hat. Der Preiskampf in der Branche macht dem Unternehmen damit deutlich weniger zu schaffen. Außerdem avancierten Reisebuchungen im Internet dort zum wichtigsten Vertriebskanal.
In der Wintersaison ist die Zurückhaltung der Verbraucher deutlich spürbar. "Wir erwarten spätere Buchungseingänge wegen der Ereignisse in Nordafrika", teilte TUI Travel mit. Urlaubsziele wie Ägypten ziehen sonst in den Wintermonaten viele Sonnenhungrige an, die angesichts der politischen Umbrüche in dem Land nun verunsichert sind.
Das schlägt auch auf die gesamten Winterbuchungen durch: In Großbritannien und Frankreich zählte TUI Travel bislang zwölf Prozent weniger Urlauber als ein Jahr zuvor, in Deutschland beläuft sich das Minus auf acht Prozent.
Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt sichern
Unterdessen dreht TUI Travel weiter an der Kostenschraube. Im Zuge der bereits angekündigten Einsparungen bei der Tochter TUI Deutschland sowie dem Umbau des Frankreich-Geschäfts soll der operative Gewinn binnen der kommenden drei Jahre um 107 Millionen Pfund verbessert werden. Das sind 29 Millionen mehr als bisher angekündigt.
So will TUI in Deutschland bis zu 550 Stellen streichen, um das Unternehmen für den schärferen Wettbewerb fit zu machen. TUI Deutschland hatte im September eine Reorganisation angekündigt, und sie mit der sinkenden Nachfrage nach klassischen Pauschalreisen und dem Boom von Online-Angeboten und individuellen Luxusreisen begründet. Dies führe dazu, dass einerseits Buchungen stärker automatisiert und andererseits Kunden im Exklusiv-Geschäft gezielter betreut werden müssten.
Quelle: dpa
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Staats- und Regierungschefs be- kräftigen ihre Solidarität. zum Video