Ölförderung in der Wüste (Foto: imago)Der Ölpreis (siehe US-Oel) ist in Topform. Auf Monatssicht summierte sich zwischenzeitlich ein dickes Plus von rund 18 Prozent. Zwischenzeitlich wechselten Kontrakte für 83,95 US-Dollar den Besitzer. So teuer war das "schwarze Gold" zuletzt im Oktober 2008. Eine charttechnisch mehr als komfortable Ausgangslage: Mit dem Spurt über die 80-US-Dollar-Marke hat der Ölpreis nicht nur ein 15-Monats-Hoch markiert, sondern gleichzeitig den über Monate hinweg validen Widerstand bei 80,00 US-Dollar pulverisiert. Auch der seit Mitte Oktober laufende Abwärtstrend ist endlich durchbrochen. Damit hat sich das charttechnische Bild deutlich verbessert. Kurzfristig jedoch gab es einen Rücksetzer.
Video - Rohstoffe 2010 Video - China Exportweltmeister Live - Kamera DAX Parkett Expertensuche - Optionsscheine schnell und einfach finden
China kurbelt die Nachfrage an
Gleichzeitig kommen speziell aus China positive Nachrichten. Dank der milliardenschweren Konjunkturprogramme sind die Exporte im Dezember des vergangenen Jahres um fast 18 Prozent, die Importe sogar rund 56 Prozent gestiegen. In diesem Zusammenhang sind Chinas Rohölimporte im Dezember erstmals über die Marke von fünf Millionen US-Dollar pro Tag geklettert – ein sattes Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vormonat. Da derzeit nicht mit einem Nachlassen der dynamischen Konjunkturentwicklung in China zu rechnen ist, dürfte die Öl-Nachfrage sogar noch weiter anziehen.
Hoffnung auf ein Ende der Rezession
Auch in anderen Industrienationen befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg nach oben, wenngleich dies am Arbeitsmarkt (schwache Daten aus den USA in dieser Woche) sich erst mit gewisser zeitlicher Verzögerung ablesen lässt. Zur positiven Preisentwicklung hat zudem der kalte Winter beigetragen, der speziell in Europa den Bedarf kurzfristig kräftig steigen lässt. Und auch vom zuletzt schwachen US-Dollar kommen keine Störfeuer.
Immer mehr Käufer am Markt
Dies alles überzeugt vor allem die Spekulanten, in den Schmierstoff zu investieren, was sich nirgends besser ablesen lässt als an den Netto-Long-Positionen. Diese sind in der ersten Januar-Woche um 21.000 auf 154.775 Kontrakte gestiegen. Ein Niveau, das wir zuletzt Mitte 2007 gesehen haben. Damals notierte der Ölpreis allerdings auf Rekordhoch. Unter dem Strich sind die Netto-Long-Positionen seit Mitte Dezember mehr als 60 Prozent gestiegen. Und mit den steigenden Preisen werden weitere Spekulanten angelockt.
Gefahr durch Überangebot
Nur ein Punkt spricht derzeit gegen weiter steigende Ölpreise: die Förderreserven der Ölproduzenten. Sie liegen mit knapp sieben Millionen Barrel pro Tag so hoch wie nie zuvor. Zum Vergleich: Anfang 2007 bewegte sich Öl ebenfalls nahe der 80-USDollar-Marke. Die Reserven betrugen aber gerade mal zwei Millionen Barrel pro Tag. Doch dieses Faktum wird am Markt derzeit ausgeblendet. Vielmehr hat die Preisentwicklung eine Eigendynamik entwickelt, die jetzt von charttechnischen Signalen zusätzliche Nahrung bekommt. Kurzfristig sollte sich daran auch nichts ändern. Für Anleger heißt das: Jetzt auf den fahrenden Zug aufspringen.
Commerzbank-Schein mit Hebel
Die beste Möglichkeit den Höhenflug kurzfristig in Gewinne zu wandeln, bieten Turbos. Aber Vorsicht: Diese Produkte können vor Laufzeitende wertlos verfallen. Dies geschieht, wenn der Basiswert unter eine während der Laufzeit aktive Knock-Out-Schwelle rutscht. Anleger, die hier zugreifen, müssen daher den Basiswert im Auge behalten und vorab ein Ausstiegsszenario definieren. Beim Papier der Commerzbank (ISIN: DE000CM1B389), das derzeit Gewinne und Verluste mit einem Hebel von 6,8 umsetzt, liegt die Schwelle bei 70,00 US-Dollar.
Der Turbo steht am Scheideweg
Basiswert ist dabei nicht der rollierende Generic-Future, sondern – da das Papier mit einer fixen Laufzeit daher kommt – der Brent Crude Kontrakt mit Fälligkeit im April 2010. Klettert dieser Future um drei US-Dollar auf 86,00 US-Dollar, steigt der Turbo – bei gleichbleibender Währungsrelation – rund 30 US-Cent. Dank der Hebelwirkung hat der Anleger also cirka 23 Prozent verdient. Das gilt natürlich auch für die andere Richtung. Bei Ölpreisen um 80,00 US-Dollar ist der Turbo nur noch rund 0,65 Euro wert. Aus diesem Grund sollten Anleger spätestens bei Preisen knapp unter 80,00 US-Dollar die Reißleine ziehen und den Verlust realisieren.