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Umfrage: Mittelstand setzt wenig Hoffnung in Rettungspakete

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Mittelstand setzt wenig Hoffnung in Rettungspakete

05.03.2009, 15:25 Uhr | dpa

Der Mittelstand sorgt sich wenig um die Zukunft.  (Foto: ddp)

Der Mittelstand sorgt sich wenig um die Zukunft. (Foto: ddp)

Der deutsche Mittelstand setzt laut einer Umfrage wenig Hoffnung in die direkte Wirksamkeit der Konjunkturpakete der Bundesregierung. Zwar bewertet die große Mehrheit der Unternehmen das Krisenmanagement der Regierung positiv, doch erwarten 81 Prozent der Mittelständler durch die Maßnahmen nur eine geringfügige Linderung der Rezession.

Hilfen in Höhe von 80 Milliarden Euro

Zudem sieht eine Mehrheit keinen Vorteil durch die Konjunkturprogramme für ihren Betrieb. Mit zwei Konjunkturpaketen und anderen Hilfen im Umfang von insgesamt 80 Milliarden Euro will die Regierung den Abschwung bekämpfen.

Nur ein Drittel erwartet Schub für die eigene Firma

Die Unternehmer aber blicken trotz Krise positiv in die Zukunft. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage unter 350 Unternehmen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Mehr als die Hälfte (63 Prozent) der im "Mittelstandbarometer" befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie nicht von den Konjunkturpaketen profitieren werden. Nur ein gutes Drittel erwartet einen Schub für das eigene Geschäft.

Wenig Sorge um die Zukunft

"Die gigantischen Investitionsvorhaben nähren gerade bei Bauunternehmen die Hoffnung, bei Infrastrukturinvestitionen oder dem Bau von Schulen und Kindergärten zum Zuge zu kommen", sagte der Mittelstandsexperte von Ernst & Young, Peter Englisch. Insgesamt sorgen sich die Mittelständler wenig um ihre Zukunft. 86 Prozent der Befragten erwarten, dass ihr Unternehmen am Ende der Krise mindestens genauso stark sein wird wie zu Beginn.

Staatliche Unterstützung ausreichend

Mehr Unterstützung durch die Bundesregierung fordern die Unternehmer daher offensichtlich nicht. 85 Prozent sind der Meinung, dass die Bundesregierung nicht noch mehr Geld für die Konjunkturprogramme bereitstellen soll. Grundlegend wird der Umgang der Regierung mit der Krise positiv bewertet: Immerhin 63 Prozent der Mittelständler geben ihre Zustimmung zum Krisenmanagement. Staatshilfen und staatliche Bürgschaften für krisengebeutelte Unternehmen halten jedoch nur 70 Prozent in Ausnahmefällen für sinnvoll. Jeder fünfte Unternehmer ist grundsätzlich gegen derartige Eingriffe des Staates.

Bau- und Industriebetriebe zuversichtlich

Trotz schwacher Wirtschaftslage sieht die Mehrheit der Unternehmer (74 Prozent) den Standort Deutschland gut gerüstet für die Krise. Überdurchschnittlich zuversichtlich blicken mittelständische Bau- und Industrieunternehmen in die Zukunft. Insgesamt glaubt nur jeder fünfte Mittelständler, dass die aktuelle Krise Deutschland langfristig schwächen wird. 42 Prozent sehen sogar eine Stärkung im internationalen Standortwettbewerb.

Uneinigkeit über Dauer der Krise

Wie lange die Wirtschaftskrise andauern könnte, darüber ist sich der deutsche Mittelstand nicht einig. Knapp jeder dritte Mittelständler geht davon aus, dass sich die Konjunktur bereits Anfang 2010 wieder positiv entwickeln werde. Immerhin zwölf Prozent rechnen mit einer dreijährigen Krise. Im Durchschnitt glauben die Befragten, dass die Rezession zwei Jahre andauern wird.

Quelle: Stepstone, Umfrage unter 5.509 Fach- und Führungskräften

Schlechtestes Umfeld in Berlin und Brandenburg

Bei der Bewertung der Standorte schneiden Baden-Württemberg, Hamburg und Thüringen am besten ab. Aus Sicht der Befragten bieten diese Bundesländer den dort ansässigen Unternehmen ein besonders gutes Umfeld. Am Standort Berlin und Brandenburg herrscht die größte Unzufriedenheit.


dpa  

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