04.10.2010, 10:47 Uhr | t-online.de/business
Im Job ständig gestört - das muss nicht sein. (Foto: Imago)
"Kollege, hast du mal zwei Minuten Zeit für mich?", der Satz gehört sicher für fast jeden zum Joballtag. Und natürlich will niemand einen Kollegen abweisen, der Rat oder Unterstützung braucht. Das Problem dabei: Jede Unterbrechung reißt Sie aus der eigenen Arbeit und kostet Zeit. Für das Karriereportal careerbuilder.de hat Kommunikationscoach Franz Grieser zusammengefasst, mit welchen Tricks Sie unerwünschte Störungen elegant abblocken.
Kennen Sie die Situation? Sie arbeiten gerade konzentriert an einer komplexen Aufgabe - und just in dem Moment hat Frau Müller aus dem Nachbarbüro eine ganz dringende Frage. Die ist nach einer Stunde beantwortet, nach einer weiteren halben Stunde haben Sie sich auch wieder in Ihr eigenes Thema eingefunden - da kommt Kollege Maier mit einem unaufschiebbaren Anliegen. Das zu erledigen, dauert bis zum Mittag. Und schon ist der halbe Arbeitstag vorbei - und Sie mit dem eigenen Job deutlich im Hintertreffen.
Wie aber reserviert man eine bestimmte Zeit am Tag, um ungestört arbeiten zu können? Experte Griesers Rat: Sprechen Sie sich mit einem Bürogenossen ab, der Sie in diesem Zeitraum abschirmt und Telefonate & Co. abfängt. Im Gegenzug halten Sie dem Kollegen den Rücken zu einer anderen Zeit frei, in der er sich wiederum wichtige Arbeiten vornehmen kann.
Doch nicht immer steht so ein menschliches Schutzschild zur Verfügung. Wer dann nicht von Unterbrechern überlaufen werden will, sollte unbedingt lernen, Prioritäten zu setzen, erklärt Kommunikationsprofi Grieser. Nicht jedes Anliegen sei es wert, die eigene Arbeit liegen zu lassen. In dem Fall helfe es, ebenso höflich wie deutlich darauf hinzuweisen, dass Sie gerade an wichtigeren Aufgaben sitzen.
Auch spontane Bürobesucher können sich als Zeit- und Konzentrationsfresser erweisen. Dazu gehören etwa redselige Mitarbeiter, die andere gern mit ihren privaten Befindlichkeiten aufhalten. Solche kommunikativen Zeitgenossen hält Grieser zufolge oft schon eine geschlossene Bürotür ab - als klares Signal, dass Sie beschäftigt sind. Auch demonstrativ auf dem Besucherstuhl platzierte Aktenordner zeigen dem Fachmann zufolge "hereinschneienden" Kollegen, dass Sie jetzt nicht mit unwichtigen Dingen gestört werden möchten.
Die Frage "Wie geht es Ihnen?" sollte sich laut Grieser jeder verkneifen, der eine Unterbrechung zumindest so kurz wie möglich halten will - die Formulierung "Was kann ich für Sie tun?" eigne sich besser, ein Gespräch knapp zu gestalten. Doch nicht jede Störung kommt ungelegen, betont Grieser auf careerbuilder.de. So eine Zwangspause sei etwa willkommen, wenn eine Aufgabe Schwierigkeiten bereitet - oder eine Pause dringend nötig ist. Und das sei dann auch vollkommen in Ordnung.
Franz Grieser ist freiberuflicher Autor, Kommunikationstrainer und Personal Coach. Er lebt und arbeitet in München.
Quelle: T-Online
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