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Siemens erzielt dank VDO-Verkauf Milliarden-Gewinn
13.11.2008, 16:02 Uhr | sky
Siemens meldet Gewinne. (Foto: dpa)Mit tiefroten Zahlen im Schlussquartal und einem Milliardengewinn im Gesamtjahr hat Siemens den Konzernumbau hinter sich gebracht. Der Ausblick fiel trotz drohender Wirtschaftsflaute positiv aus. Unterm Strich verdiente Siemens im vergangenen Geschäftsjahr rund 5,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in München mitteilte. Allein der Verkauf des Autozulieferers VDO an Continental brachte dem Technologiekonzern ein Plus von 5,5 Milliarden Euro.
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Siemens bestätigt Prognose
Der Auftragseingang von
Siemens stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 93,5 Milliarden Euro, der Umsatz legte um sieben Prozent auf 77,3 Milliarden Euro zu. "Trotz zunehmender konjunktureller Widrigkeiten halten wir an unserem Wachstumsziel fest", sagte Siemens-Chef Peter Löscher. So peilt der Konzern im Geschäftsjahr 2009 ein Ergebnis der drei Sektoren zwischen 8,0 und 8,5 Milliarden Euro an. Es sei "ambitionierter geworden", die Ergebnisprognose zu erreichen, räumte der Konzernchef ein. Nach einem Minus von sieben Prozent zur Eröffnung und dem letzten Platz im DAX zog der Titel bis kurz nach 10.00 Uhr mit plus vier Prozent an die
DAX-Spitze. Um 16.00 Uhr hielt sich die Aktie mit plus 4,6 Prozent bei 41,94 Euro hinter BMW auf dem zweiten DAX-Rang.
Quartalsverlust wegen Sonderfaktoren
Im Schlussquartal von Juli und September verbuchte der Konzern rund vier Milliarden Euro für Sonderlasten wie die Korruptionsaffäre, den Konzernumbau und den Abbau von weltweit 17.000 Stellen. Darunter war auch eine Rückstellung in Höhe von etwa einer Milliarde Euro für eine erwartete Strafe der US-Börsenaufsicht SEC. Unterm Strich blieb deshalb ein Quartalsverlust von 2,4 Milliarden Euro. Aufgefangen wurden die hohen negativen Belastungen durch den VDO-Verkauf. Wegen der Schmiergeld-Affäre steht Siemens seit vielen Monaten in Verhandlungen mit der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC. Auch die Staatsanwaltschaft München ermittelt in mehreren früheren Bereichen des Unternehmens. Mit Blick auf den angestrebten Vergleich mit den Behörden in Deutschland und den USA sprach Löscher von "Fortschritten" bei den Gesprächen. "Wir sind auf der Zielgeraden aber noch nicht am Ziel", erklärte der Siemens-Chef. Allein im vergangenen Geschäftsjahr kostete die Aufarbeitung der Affäre und der Aufbau einer internen Anti-Korruptionseinheit Siemens 510 Millionen Euro.
Noch läuft das Geschäft gut
Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit, das die Entwicklung des operativen Geschäfts widerspiegelt, ging im vergangenen Geschäftsjahr um zwei Prozent auf 6,52 Milliarden Euro zurück. Kosten in Höhe von 325 Millionen Euro für den Konzernumbau hätten das operative Ergebnis gedrückt, teilte Siemens mit. Größter Umsatzbringer für Siemens war der Industrie-Sektor mit rund 38 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Gegenüber dem Vorjahr stiegen der Umsatz um 6 Prozent und der Auftragseingang um 9 Prozent. Einziger Verlustbringer in dem Sektor war die Mobility-Sparte mit dem kriselnden Bahngeschäft. Im Energiesektor konnte der Konzern dank des weltweiten Booms der Energiebranche den Umsatz um elf Prozent auf 22,6 Milliarden Euro steigern, der Auftragseingang legte um 17 Prozent zu. Mit dem Gesundheitssektor habe Siemens sich in einem angespannten Marktumfeld behauptet, erklärte das Unternehmen. Der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, der Auftragseingang stieg um 15 Prozent.
Eher positive Aufnahme bei Analysten
Die Zahlen stießen auf ein eher positives Echo: Commerzbank bestätigte die Einstufung "Add" und das Kursziel von 50 Euro am Morgen. Die neuen Aufträge und Umsätze hätten seinen Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Ingo-Martin Schachel in einer ersten Einschätzung. Allerdings enttäuschte das Ergebnis der Sektoren - die operative Kenngröße - seine Erwartungen. Die bestätigte Prognose für 2009 dürfte jedoch, gemeinsam mit dem soliden Auftragseingang die negative Überraschung von der Gewinnseite abmildern. Aus Sicht von DZ-Bank Analyst Karsten Oblinger endete das Geschäftsjahr von Siemens unterdessen enttäuschend. Auch der Ausblick auf 2009 werde vorsichtiger. Oblinger will daher seine bisherige Kaufempfehlung überprüfen.
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Quelle: dpa-AFX
, t-online.de