Neuer Chef des Aufsichtsrats von Infineon: Klaus Wucherer (Foto: dpa)Der Aufstand unzufriedener Aktionäre gegen die Konzernleitung des Halbleiterherstellers Infineon ist gescheitert. Der Kandidat der Infineon-Führung, Klaus Wucherer, wurde am Donnerstagabend nach der Hauptversammlung vom neuen Aufsichtsrat einstimmig zum Vorsitzendem gewählt. Der Kandidat der unzufriedenen Teilhaber, Willi Berchthold, wurde nicht in das Gremium gewählt, das gleichzeitig von 16 auf zwölf Mitglieder reduziert wurde.
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Aufsichtsratkandidat gegen den Willen des Vorstands
Einige Infineon-Aktionäre hatten in einem ungewöhnlichen Schritt versucht, Berchthold gegen den Willen der Unternehmensführung einzusetzen. Infineon brauche eine "starke Führung" und einen "Neuanfang auch an der Spitze des Aufsichtsrats", hatte Berchthold auf der Hauptversammlung in München gesagt. Es war das erste Mal, dass Aktionäre sich bei einem Konzern des Deutschen Aktienindex auf diese Weise gegen einen Unternehmensvorstand stellten - allerdings ohne Erfolg.
Weniger Aufsichtsräte
Die Verringerung der Zahl der Aufsichtsratsmitglieder wurde mit dem "Rückgang der Mitarbeiterzahlen bei der Infineon Technologies AG und ihren Konzerngesellschaften auf unter 10.000 Mitarbeiter in Deutschland" begründet. Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wurde der Arbeitnehmervertreter Gerd Schmidt gewählt.
Investmentfonds hatte Revolte angezettelt
Der Aufstand der Aktionäre war vom britischen Investmentfonds Hermes ausgegangen, andere Fonds und Kleinanleger schlossen sich den Investoren bald an. Sie kritisieren die Strategie der Führung der ehemaligen Siemens-Tochter, deren Überleben zwischenzeitlich nicht als sicher galt. Aufgeben musste das Unternehmen auch seine Tochter Qimonda. Der Chiphersteller meldete im vergangenen Jahr Insolvenz an.
Ein Versprechen an die Aktionäre
Wucherer, der seit 1999 im Aufsichtsrat des Halbleiterherstellers sitzt, versprach den Aktionären, die Geschäfte bei Infineon würden ab diesem Jahr wieder besser laufen.