GM-Modell Pontiac Solstice - US-Autobauer treten immer mehr auf die Bremse (Foto: dpa)Die ums Überleben kämpfenden US-Autobauer greifen zu immer drastischeren Sparmaßnahmen. Die Opel-Mutter General Motors (GM) stoppt nun sogar vorerst Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.
Der Baustopp im neuen General Motors-Motorenwerk im US-Bundesstaat Michigan sei nur vorübergehend, betonte eine Konzernsprecherin laut US-Medien. Der für das Jahr 2010 geplante Start der Produktion für das Elektroauto Volt sei dadurch nicht gefährdet. In der Fabrik sollen später Motoren für sparsame Kleinwagen sowie Generatoren zur Stromerzeugung im Volt gebaut werden. Die US-Hersteller ringen angesichts einer besonders GM und Chrysler drohenden Pleite gerade mit der Politik um Milliardenhilfen. Sie versprechen dafür unter anderem die zügige Entwicklung umweltfreundlicherer Autos.
Chrysler verlängert Weihnachtspause
Der drittgrößte US-Hersteller Chrysler verlängert unterdessen wegen der dramatischen Absatzkrise seine Weihnachtspause in allen Werken von zwei auf vier Wochen. Die Bänder sollen von diesem Freitag an bis mindestens 19. Januar still stehen, kündigte der Konzern am Mittwochabend an.
Neue Fusionsgespräche zwischen Chrysler und GM?
GM und Chrysler nehmen derweil nach einem Pressebericht offenbar ihre Fusionsgespräche wieder auf. Chrysler-Mehrheitseigner Cerberus habe die Initiative ergriffen und seine Bereitschaft signalisiert, Anteile herzugeben, schreibt das "Wall Street Journal". Nach Angaben der Zeitung will Cerberus damit den Staat gnädig stimmen, ohne dessen Milliardenhilfen sowohl GM als auch Chrysler vor der Pleite stehen.
Opel und Daimler in Mitleidenschaft
GM und Chrysler genauso wie der heimische Konkurrent Ford leiden unter massiven Absatzeinbrüchen und haben ihre Produktion drastisch zurückgefahren. Bei einer GM-Insolvenz würde auch die deutsche Tochter Opel in Mitleidenschaft gezogen. An Chrysler wiederum ist Daimler noch mit knapp 20 Prozent beteiligt.