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Krise zwingt Autobauer in die Knie
06.12.2008, 11:01 Uhr | bab/ lgs
General Motors, Ford und Chrysler stehen am Abgrund. (Foto: dpa) Das Schicksal der ums Überleben kämpfenden drei großen US-Autokonzerne bleibt wegen starker Vorbehalte im Kongress weiter ungewiss. Die Debatte bei der Anhörung spiegelte die Dramatik der Entwicklung wider: Der demokratische Vorsitzende des Finanzausschusses im Senat, Christopher Dodd, sprach von einem möglichen Todesurteil für den einen oder anderen Konzern. In Anbetracht der Situation zeigten sich General Motors und Chrysler sogar zur einer Fusion bereit.
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Autobauer vor dem Aus
Der Präsident der mächtigen Autogewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, warnte,
General Motors (GM) könnte Ende des Monats verloren sein. Die Chefs von GM,
Ford und Chrysler wollten bei der rund sechsstündigen Anhörung staatliche Kredite in Höhe von 34 Milliarden Dollar durchsetzen. Sollten die Konzerne die Finanzspritze erhalten, müssten sie wohl eine von der Regierung ernannte Aufsicht dulden, die ähnlich einem Insolvenzverwalter eine radikale Restrukturierung der Konzerne vorantreiben würde. GM und Chrysler zeigten sich für diese Idee grundsätzlich offen, Ford war zunächst zurückhaltend. Die auf zwei Tage angesetzte Anhörung sollte am (heutigen) Freitag fortgesetzt werden.
Autobauer wären zur Fusion bereit
Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX wird auch eine Fusion der beiden Autobauer General Motors und Chrysler wird in Betracht gezogen. Sollte dies eine Bedingung für staatliche Hilfen sein, wäre er bereit, ernsthaft darüber nachzudenken, sagte GM-Chef Rick Wagoner vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Auch Chrysler-Chef Robert Nardelli erklärte, er würde einen Zusammenschluss akzeptieren, wenn das eine Bedingung für die Staatshilfen sei. Nardelli rechnet mit Kosteneinsparungen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar. Er wäre aber vermutlich der erste, der seinen Job verlöre, so der Chrysler-Chef. Die Herausforderung sei nun, Synergien zwischen zwei oder drei Autobauern zu heben.
Blockade von Rettungspaket?
Abgeordnete aus den US-Staaten der Autohersteller drohten unterdessen damit, die zweite Tranche des Rettungspakets für die Finanzwirtschaft in Höhe von 350 Milliarden Dollar zu blockieren, wenn den Autobauern nicht geholfen werde. Dafür wäre allerdings eine Zweidrittelmehrheit nötig, was unwahrscheinlich erscheint. Der künftige US-Präsident Barack Obama geriet wegen seiner Zurückhaltung in der aktuellen Diskussion um die Rettung von Banken und Autokonzernen unterdessen in den eigenen Reihen in die Kritik. Der demokratische Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Barney Frank, fordern von Obama stärkere Einmischung. Obama begründet seine Zurückhaltung damit, dass es immer nur einen Präsidenten gebe, und das sei noch bis zum 20. Januar George W. Bush. Auch die Senatoren Carl Levin und Christopher Dodd haben Obama aufgefordert, seine Zurückhaltung aufzugeben.
Bush warnt vor Verschwendung der Steuergelder
Der republikanische Senator Bob Corker äußerte Zweifel, dass alle drei Konzerne überleben könnten. Richard Shelby, führender Republikaner im Bankenausschuss des Senats, kritisierte, die Autobauer hätten die erbetene Summe in den vergangenen Wochen deutlich erhöht. Die demokratische Kongressführung sieht indes auch das Weiße Haus in der Pflicht. Der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, appellierten an Bush, Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket für die Banken an die Automobilbranche abzuzweigen. Bush hat dies bisher immer abgelehnt. "Egal, wie wichtig die Autoindustrie für unsere Wirtschaft ist, wir wollen nicht gutes Geld nehmen und es schlechtem Geld hinterherwerfen", sagte er dem Sender NBC am Donnerstag. Es müsse zum Nutzen der Steuerzahler sichergestellt werden, dass die von den Konzernen vorgelegten Sanierungspläne ein langfristiges Überleben der Unternehmen sicherten.
"Wir sind hier, weil wir Fehler gemacht haben"
Die "Big Three" genannten Autohersteller legen in Washington getrennte Rettungspläne vor, die eine massive Umstrukturierung vorsehen. GM will vom Staat einen Notkredit über zwölf Milliarden Dollar, wobei vier Milliarden sofort überwiesen werden sollen. Außerdem wünscht sich die Opel-Mutter zur Absicherung weiterer Risiken eine zusätzliche Kreditoption auf sechs Milliarden Dollar. Chrysler hat seinen Finanzbedarf bis zum Jahresende mit sieben Milliarden Dollar angegeben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ford hat eine Kreditlinie von neun Milliarden Dollar beantragt. "Wir sind heute hier, weil wir Fehler gemacht haben", sagte GM-Vorstandschef Rick Wagoner. Wagoner zeigte sich nach der Anhörung vor dem Senatsausschuss trotz allem optimistisch, dass eine Lösung gefunden werde, die seinem Unternehmen das Überleben sichere.
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Quelle: dpa-AFX
, dapd
, t-online.de