
03.09.2010, 13:39 Uhr | Financial Times Deutschland
Fette Ami-Schlitten wie der Ford F150 dominieren nach wie vor den US-Automarkt (Foto: Ford)
Die Rezession hat die Kauflaune stark gehemmt: Laut Branchenexperten bricht der Neuwagenabsatz auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren ein. Besonders hart trifft es GM. Porsche und Mercedes legten hingegen kräftig zu.
Die Autoindustrie muss sich in den USA für die kommenden Monate auf eine unerwartet schwache Nachfrage einstellen. Trotz hoher Rabatte brach der Neuwagenabsatz im August Branchenexperten zufolge auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren ein. Die Angst vor einem Rückfall in die Rezession und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit hemmten die Kauflaune.
In der ersten Jahreshälfte war die Nachfrage noch kräftig angestiegen und hatte in der Industrie die Hoffnung auf eine rasche Markterholung und einen Gesamtabsatz von mehr als zwölf Millionen Fahrzeugen geschürt. Dieser Wert dürfte nun kaum mehr erreichbar sein. Vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 hatte der Automarkt in den USA noch ein Volumen von rund 17 Millionen Fahrzeugen im Jahr.
Besonders hart trifft der Einbruch im August den größten amerikanischen Autobauer General Motors (GM), der nach der Insolvenz im vergangenen Jahr im Eigentum der Regierung ist und für Ende dieses Jahres die Rückkehr an die Börse plant. Mit einem Absatz von lediglich 185.000 Autos blieb GM im August rund 25 Prozent unter dem Wert von August 2009.
Hersteller von Luxuskarossen hoffen auf steigende Verkaufszahlen in 2010. zum Video
Erzrivale Ford verkaufte insgesamt 157.500 Fahrzeuge, gut zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Abgemildert wurde der Einbruch bei Ford unter anderem durch die Einführung des neuen Fiesta aus Europa. Mit Rabatten von durchschnittlich fast 3000 Dollar versuchen Hersteller und Händler einer aktuellen Marktstudie zufolge erneut Kunden anzulocken - allerdings nur mit mäßigem Erfolg.
Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei GM und Ford sowie bei den asiatischen Herstellern erscheint besonders drastisch, weil die Regierung die Nachfrage 2009 mit einer Abwrackprämie nach deutschem Vorbild kräftig angeheizt hatte. Davon hatten vor allem die Anbieter günstiger Kleinwagen profitiert.
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Die Hersteller teurer Autos, die vorher kaum von der Abwrackprämie profitiert hatten, legten zu. So meldete Daimler für August einen US-Absatz von 20.100 Fahrzeugen, sieben Prozent mehr als 2009. Der Kleinwagen Smart bleibt in den USA jedoch ein Flop: Nur 448 wurden im August ausgeliefert, rund 72 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Porsche setzte gut 2000 Autos ab. Das sind 33 Prozent mehr als vor einem Jahr. Einen Großteil trug die neue Generation des Geländewagens Cayenne dazu bei: Mehr als 50 Prozent betrug der Zuwachs bei diesem Modell.
Europas größter Autobauer Volkswagen musste im August einen Verkaufsrückgang hinnehmen. Mit 22.855 Wagen wurden knapp acht Prozent weniger verkauft als im Vorjahresmonat. Die VW-Verantwortlichen verwiesen auf den Effekt der US-Abwrackprämie und versprachen erneute Steigerungen in den nächsten Monaten. Bei der Tochter Audi betrug das Plus nach Angaben des Branchendienstes Autodata 14 Prozent auf knapp 9200 Autos.
Schwer tat sich im August BMW auf dem für die Münchener wichtigen US-Markt. Die Verkäufe der Kernmarke legten zwar um 1,6 Prozent auf 19.540 Fahrzeuge leicht zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Gesamtabsatz der BMW Group litt aber unter den schwachen Zahlen der britischen Kleinwagentochter Mini, deren Absatz um mehr als 13 Prozent auf 4425 Wagen sank.
Hart erwischt wurde auch Toyota . Der Weltmarktführer musste in den USA im August ein Minus von mehr als einem Drittel wegstecken.
Quelle: Financial Times Deutschland
Audifahrer schrieb:
am 2. September 2010 um 12:45:22
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habts Ihr koa Ideen fei nit mehr?
Noch mehr importieren, damit der Dollar auf Parität abschmiert. Dann Leitzins auf 0,1. Dann die Appalachen
roden, um Papier für die Notenpresse zu bekommen und Staatskredite raushauen bzw. Freddie Mac im Verteidigungshaushalt verstecken. Noch mehr Kreditkarten mit etwas längeren Laufkeiten. Und die Immo-Subprimes freundlich, aber bestimmt,bei der EZB parken. Und schon läuft der Laden. Ungegrenzte Möglichkeiten eben.
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Dieter schrieb:
am 2. September 2010 um 11:59:44
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für Realitäten
hat 90% der Bevölkerung der USA sowieso keinen Nerv. Und dank den Medien wird das dort auch so bleiben. Und eigentlich
erwartet man dort auch noch immer den Crash im Bereich der Kreditkarten, aufgeschoben ist ja auch nicht aufgehoben.
Der Anstieg bei den teureren Autos zeigt jedoch, daß die Angst bei den Gutverdienen längst wieder weg ist - bis zum nächsten Crash.
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Reinhard schrieb:
am 2. September 2010 um 11:46:04
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nicht erst seit heute
GM, Ford etc haben nicht erst seit 2008 ein Problem. Die gesamte US-Autowirtschaft ist seit Dekaden im Rückwärtsgang.
Beginnend mit Japans Eroberung des US Marktes in der Kompaktklasse sind die Amis auf eigenem Boden hinweggefegt worden. Fortsetzung folgte in den Jahren danach, wenn auch nicht ganz so schnell. Das einzige was die können die Amis, sind Blechmonster zu bauen, die nur ein bechränkter Ami kauft. Um die Wende herbeizuführen, dafür sind sie zu dumm und arrogant, die Amis.
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