26.01.2012, 14:53 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de - sky
Überraschung in Washington: Der US-Leitzins wird voraussichtlich noch bis Ende 2014 auf Tiefstständen verharren und damit deutlich länger als bislang angenommen. Die Konjunkturlage und Inflationsaussichten auf mittlere Sicht rechtfertigten es, dass der Zins bis dahin auf "außergewöhnlich niedrigem Niveau" bleibt, teilte die Federal Reserve nach der Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Bislang war von Niedrig-Zinsen bis Mitte 2013 die Rede gewesen. Damit steigt die Inflationsgefahr – Gold und Erdöl zogen nach dem Entscheid an, auch die Wall Street legte zu. Der Dollar rutschte gegenüber dem Euro ab.
Mit dem anhaltenden Nullzins steigt die Gefahr einer Inflation. Bislang sind die billigen Kredite noch nicht in die Realwirtschaft gelangt, weil Banken erhebliche Verluste bei europäischen Staatsanleihen hinnehmen mussten und Cash brauchen, um ihre Bilanz zu stärken.
Die Angst vor Verlusten zeigt sich beispielsweise im Anstieg der Kurse für deutsche und amerikanische Staatsanleihen – trotz Minizinsen setzen die Anleger auf sie, weil sie beiden Ländern vertrauen und von einer Rückzahlung ausgehen. Fondsmanager sprechen davon, dass viel Cash zurzeit auf Festgeld-Konten "eingefroren" ist.
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Die Fed will Unternehmen und Investoren nun zwingen, das Horten von Geld aufzugeben und zu investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sollte die Geldmengen über die Vergabe von neuen Krediten durch die Geschäftsbanken tatsächlich in die Wirtschaft gelangen, drohen höhere Preise, weil mehr Papiergeld die gleiche Menge an Gütern jagt.
Für die Verbraucher ist dies negativ, weil sich Erdöl, Dünger oder Getreide verteuern. Deshalb setzen Anleger bei einer Inflation verstärkt auf Sachwerte wie Gold, Silber oder Immobilien. Oder aber, sie konsumieren, weil die Inflation die Ersparnisse auf dem Konto auffrisst - auch dieser Nachfrageschub ist von der Fed gewollt. Auch Aktien profieren von günstigem Geld, weil Unternehmen billigere Kredite erhalten und weil einige Bewertungsmodelle für Aktien – etwa der Discounted Cash Flow – den Zins in ihre Rechnung eingebaut haben. Je niedriger der Zins, desto höher der Aktienwert.
Zuletzt hatte die Fed im Sommer 2011 ein Zinsversprechen abgegeben, wonach der Leitzins bis mindestens Mitte 2013 bei faktisch null Prozent gehalten wird. In dem Beschluss beließ die Fed ihren Leitzins zudem wie erwartet unverändert. Der Zielsatz für Tagesgeld (Fed Funds Rate) liege weiterhin in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent, hieß es weiter. Volkswirte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.
Damit liegt der Leitzins bereits seit drei Jahren auf einem Rekordtief. Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen.
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Die Fed äußerte sich zudem verhalten optimistisch zur weiteren konjunkturellen Entwicklung in den USA. Die Wirtschaft wachse "moderat", hieß es weiter in der Stellungnahme. Allerdings gebe es nach wie vor "deutliche Risiken" für die konjunkturelle Entwicklung, die vor allem aus der derzeitig schwierigen Lage an den internationalen Finanzmärkten resultiere. Außerdem beeinträchtige ein Abkühlung der Weltwirtschaft die konjunkturelle Entwicklung in den USA.
Zudem sei die Preisentwicklung in den Vereinigten Staaten nach Einschätzung der Währungshüter "gedämpft, hieß es weiter. Ferner dürfte die Arbeitslosigkeit nach Einschätzung der Währungshüter weiterhin erhöht bleiben.
Außerdem beschloss die Fed wie bereits in der vergangenen Zinssitzung eine Fortsetzung des Programms zur Umwandlung von Anleihen (Operation Twist). Die Zinsentscheidung fiel laut Mitteilung im geldpolitischen Ausschuss der Notenbank mit 9 zu 1 Stimmen. Von den 10 Mitgliedern stimmte lediglich Jeffrey Lacker gegen die Entscheidung.
Quelle: dpa-AFX , dpa
Logos schrieb:
am 28. Januar 2012 um 22:55:39
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US-Notenbank
wann begreifen wir in Deutschland und Europa endlich, daß es sich bei den Ratingagenturen, IWf, Weltbank und Fed um ein
Konglomerat handelt, welches einen koordinierten Angriff auf den Euro gestartet hat. Die USA haben uns über die Finanzmärkte den Krieg erklährt, und es werden, wenn wir dem nicht entschieden Einhalt gebieten massenweise "Heuschrecken" mit billigen Dollars die Filetstücke unserer Industrie aufkaufen. Dann sind wir die Sklaven aus "Onkel Toms Hütte"
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Bürger schrieb:
am 26. Januar 2012 um 14:02:03
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FED
Tja, hört sich doch zuerst mal gut an, günstig investieren, aber es geht ja das meiste in Konsum!?! Und jetzt habe ich auch noch
gelesen, dass Indien u. China Öl vom Iran in Gold bezahlen wollen, u. damit das Embargo aushebeln? Und wenn jetzt noch Russland dazu kommt, was passiert dann mit den USA, Petro-Dollar weg? Dann ist die USA bald nur noch ein großes bankrottes Land. All das hört sich nicht gut an, denn kein Mensch möchte hier Krieg!!
Neue Weltordnung kommt doch bald,oder???
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HJM schrieb:
am 26. Januar 2012 um 11:02:24
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Ignoranz oder Absicht?
"Erst wenn die letzte Bank pleite, der letzte Staat ruiniert, die letzte Währung wertlos geworden ist, werdet Ihr
merken, dass man Gold nicht drucken kann" – So beschrieb es Roland Baader. Anders ausgedrückt: Die demokratische legitimierten Politiker führen mittels ihrer Zentralbanken Lenins Auftrag durch: Um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muß man ihr Geldwesen verwüsten.
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