Elektroauto Chevy Hybrid Malibu - Amerika will seine Industrie retten (Foto: imago)Die US-Regierung hat erneut ihren Willen bekräftigt, die angeschlagene amerikanische Autoindustrie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Ein Konkurs der US-Autofirmen müsse verhindert werden, erklärte der Chefberater des Arbeitsstabes zur Rettung der US-Autoindustrie, Steven Rattner, in Interviews des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Rattner berät die von Präsident Barack Obama etablierte "Task Force Auto".
Die US-Regierung suche nach Kompromissen mit den besonders bedrohten Autofirmen Chrysler und General Motors, sagte Rattner. Zusätzliche staatliche Finanzhilfen seien möglich, wenn die Autohersteller wie vereinbart bis zum 31. März ein überzeugendes Konzept zur Sanierung vorlegen könnten. Die Nachricht überzeugte die Börsianer nur teils: Am Nachmittag legte die Ford-Aktie 4,3 Prozent auf 2,19 Dollar zu. General Motors verloren dagegen vier Prozent auf 2,42 Dollar.
Einschnitte für die Autofirmen
Der Politiker sprach allerdings auch von Opfern für die Autobauer: "Wir werden alle Mittel der Regierung einsetzen und versuchen, einen fairen Kompromiss zu finden", sagte Rattner. "Aber wir werden nicht einfach Dollarnoten an der Pennsylvania Avenue verteilen." In der Pennsylvania Avenue in Washington steht das Weiße Haus. Nun seien die Autofirmen gefordert. Angesichts der gravierenden Probleme müssten alle Seiten Opfer bringen. Lösungen könnten nicht nur von der Regierung kommen, betonte Rattner.
Schon 39 Milliarden Dollar gezahlt
Die von den beiden Autobauern GM und Chrysler geforderten neuen Finanzhilfen summieren sich zusammen mit bereits erhaltenen Krediten auf insgesamt 39 Milliarden Dollar (30,4 Milliarden Euro). Im Gegenzug will allein GM weltweit etwa jeden fünften Arbeitsplatz streichen und Werke möglicherweise auch in Europa schließen.