Eine Ölpipeline in Alaska (Foto: imago)Die US-Regierung und der Bundesstaat Alaska haben den britischen Energiekonzern BP auf Schadenersatz verklagt. Das Justizministerium teilte mit, wegen einer verheerenden Ölverschmutzung vor drei Jahren Zivilklage gegen die BP-Tochter BPXA eingereicht zu haben. #
Die Regierung wirft BP unter anderem vor, seine Ölpipelines in Alaska nicht ausreichend gewartet und damit gegen Umweltschutzgesetze verstoßen zu haben. Wegen Korrosion an einer Transitleitung waren 2006 in zwei Fällen mehr als 750.000 Liter Rohöl aus der durchgerosteten Pipeline ausgetreten. Die Pipeline war seit 1998 nicht kontrolliert worden.
US-Justizministerium will maximale Entschädigung
Das US-Justizministerium strebe nun nach eigenen Angaben eine Entschädigung "bis zu maximalen gesetzlichen Höhe" an. Der Staat Alaska reichte ebenfalls eine Klage ein und forderte Entschädigung für den Ausfall an Staatseinnahmen. Alaska hängt zu etwa 90 Prozent von Einnahmen aus Mineralölsteuern und Förderlizenzen ab.
BP hält sich zurück
BP Alaska wollte sich zunächst nicht zu dem Rechtsstreit äußern. Sprecher Steve Rinehart erklärte lediglich, das Unternehmen habe wichtige Maßnahmen zum Umweltschutz ergriffen und in Prudhoe Bay unter anderem für 500 Millionen Dollar ein neues Pipeline-System gebaut. Der Ölkonzern hatte sich bereits 2006 in einem der beiden Fälle wegen Verstoßes gegen Umweltschutzgesetze schuldig bekannt und zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 20 Millionen Dollar bereit erklärt.
Prudhoe Bay mehrere Wochen beeinträchtigt
Wegen der Ölverschmutzung im März und August 2006 und der anschließenden Reparaturarbeiten wurde die Produktion in Prudhoe Bay für mehrere Wochen um die Hälfte zurückgefahren. Nach Schätzungen des Staats Alaska entstanden dadurch Produktionsausfälle von mindestens 35 Millionen Barrel.