19.03.2010, 19:26 Uhr | t-online.de
Die Subventionen für Solaranlagen könnten Strom verteuern (Foto: imago)
Der Photovoltaik-Boom in Deutschland soll im kommenden Jahr zu einem dramatischen Anstieg der Strompreise um etwa zehn Prozent führen. Das berichtet die "Berliner Zeitung" und beruft sich dabei auf eine Berechnung des Energiekonzerns Vattenfall. Demnach steigt die Belastung für alle deutschen Stromkunden durch die Förderung erneuerbarer Energien 2011 um 1,8 bis zwei Cent pro Kilowattstunde auf bis zu 4,4 Cent einschließlich Mehrwertsteuer. Derzeit bezahlen Kunden etwa 20 Cent pro Kilowattstunde Strom. Die Jahresrechnung eines Einfamilienhauses mit 5000 Kilowattstunden Verbrauch würde sich demnach um rund 100 Euro erhöhen.
Die Prognose von Vattenfall gilt als zuverlässig und wird in Teilen der Branche zur Kalkulation genutzt. In der Berechnung ist die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geplante Absenkung der Solar-Förderung zur Jahresmitte um rund 15 Prozent bereits berücksichtigt. Röttgen betonte auf Anfrage der Berliner Zeitung die Notwendigkeit der Kürzung: "Ich bin überzeugt davon, dass die Solarenergie in Deutschland aus ihrer Nischenposition herauswachsen wird. Gerade darum brauchen wir eine Anpassung der Vergütung an den Markt, weil die Stromkunden sonst Investmentfonds subventionieren würden, statt eine neue Technologie einzuführen“, so der Minister.
Grund für den starken Preisanstieg ist die große Zahl neuer Solaranlagen. Die Kosten für die Verbraucher für den gesetzlich geförderten Ökostrom wurden für 2010 mit rund zwei Cent pro Kilowattstunde angesetzt. Dabei wurde aber der Solarboom völlig unterschätzt. So wurde angenommen, dass 2009 und 2010 Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 4400 Megawatt installiert werden. Diese Zahl wurde bereits 2009 knapp erreicht, 2010 kommen vermutlich 5000 Megawatt hinzu. Deshalb kommt es 2011 zu einer hohen Nachzahlung.
Hintergrund für den Boom der Solarbranche ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2001. Dieses garantiert Solaranlagenbetreibern Abnahmevergütungen für die kommenden 20 Jahre. Derzeit liegt der Höchstsatz bei 39 Cent pro Kilowattstunde. Das ist zehnmal mehr, als derzeit für konventionellen Strom im Großhandel gezahlt wird. Die Kosten werden auf die Stromverbraucher umgeschlagen.
Das an den offiziellen Kostenberechnungen für Ökostrom beteiligte Leipziger Institut für Energie bestätigte, dass die Vattenfall-Rechnung "durchaus realistisch ist". Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen hält die Kalkulation für korrekt. Experte Holger Krawinkel sagte: "Die Belastungen sind für die Verbraucher kaum noch tragbar, eine drastische Absenkung der Förderung ist notwendig."
Auch das unabhängige Verbraucherportal Verivox bestätigte auf Nachfrage von t-online.de, dass es sich bei der Prognose von Vattenfall um durchaus realistische Zahlen handelt. Es sei in der Branche üblich, sich auf solche Berechnungen zu stützen. "Erhöhte Kosten bedeuten jedoch nicht immer zwangsläufig auch höhere Preise", so Verivox-Experte Thorsten Storck. Bereits in diesem Jahr hätten zwar viele Anbieter die Preise erhöht, allerdings nicht alle. Ein Strompreisvergleich sei für die Verbraucher deshalb immer von Vorteil.
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Wolf de Mer schrieb:
am 22. März 2010 um 07:48:26
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Vattenfall
Vattenfall soll hier mal keine Volksverdummung verbreiten .Anscheinend
hat diese Berechnung ein" Spezialist " verursacht . Nach
meinen Berechnungen ( und die aus den Kommentaren ) max. 0,45 Cent / Kw.
Der Rest ist Profit-Gier der Konzerne .Der Verbraucher soll geschröpft
werden. Wo bleibt das Kartellamt ? Was unternehmen unsere gewählten
Volksvertreter gegen diese Geier ?
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Deutscher schrieb:
am 21. März 2010 um 21:17:10
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Strimpreisanstieg
Das ist ein typischer Stempel insbsondere grüner Politik. Vorher und immernoch kassieren die Betreiber von erneuerbaren
Energiene und hier insbesondere der Solaranlagen kräftige Subverntionen. Einige haben sich eine goldene Nase damit verdient. Und jetzt dürfen wir das bezahlen. Und das heftig. Und wie war es mit der Ökosteuer? Was kostete Benzin vor der Ökosteuer? Langsam treiben uns die Grünen in den Ruin. Ihre Ideen sind nicht grundsätzlich falsch, aber die Umsetzung kontraproduktiv.
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r2d2 schrieb:
am 21. März 2010 um 20:00:41
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Alter Schwede
Beachtlich finde ich unseren immer noch treu-naiven Blick in Richtung der blau-gelben Flagge. Deren Industriepolitik und
Geschäftsgebahren sind gerade in und für Deutschland fatal: Verdrängung regionaler Anbieter, Arbeitsplatzabbau, Gewinnabschöpung hinein in steuerliche Oasen und eine eispiellose Verblödung des Verbrauchers. Siehe IKEA, siehe ABB und jetzt siehe Vattenffall. Wann wird der Verbraucher endlich wach und votiert mit seinen Füssen bzw. seinem Federhalter....
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