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Verband: Atomausstieg verteuert Strom

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Verband: Atomausstieg verteuert Strom

03.08.2011, 09:43 Uhr | dpa, t-online.de

Für Industrie- und Privatverbraucher könnte die Energiewende teuer werden. (Foto: imago)

Für Industrie- und Privatverbraucher könnte die Energiewende teuer werden. (Foto: imago)

Seit Ende Juni ist der Atomausstieg unter Dach und Fach. Wegen der Wende zum Ökostrom haben Energieriesen wie E.ON und RWE begonnen, sich neu aufzustellen. Viele Kunden befürchten weitere Preisanstiege - und auch der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) glaubt nicht an eine Entspannung bei den Strompreisen.

Kosten für Energiewende dürften beim Verbraucher hängen bleiben

Der VEA erwartet trotz der jüngsten Berichte über Spar- und Verkaufspläne der Branchenriesen E.ON und RWE keine Beruhigung bei den Strompreisen. Selbst wenn die Konzerne ihre Verwaltung strafften oder fehlende Einnahmen aus der Kernenergie durch Beteiligungsverkäufe ausglichen, sei die Finanzierung des Netzausbaus in Deutschland noch nicht geklärt, sagte VEA-Geschäftsführer Volker Stuke.

Die Kosten für Milliarden-Investitionen in neue Trassen und Erdverkabelung zum Transport von mehr Ökostrom dürften darum "letztlich an den Kunden hängen bleiben", befürchtet Stuke. Zwei im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellte Gutachten haben einem Bericht der "Welt" zufolge insgesamt eine Summe von 335 Milliarden Euro für die Energiewende ermittelt.

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Ausstieg aus Atomkraft setzt Unternehmen unter Druck

Aus Sicht des Verbands zwingt der bis zum Jahr 2022 beschlossene Atomausstieg die Unternehmen, große Teile ihres Geschäfts neu zu ordnen. "Es ist gut, dass durch die Energiewende nun der Druck da ist, Strukturen verschlanken zu müssen. Und es ist auffällig, dass die Großen anfangen, harte Schnitte vorzunehmen", erklärte Stuke. Falls die Konzerne mehr sparen müssten, würden Strompreissenkungen für Industrie- und Privatverbraucher aber unwahrscheinlicher.

Mittelstand wird zur Kasse gebeten

Wegen des nötigen Netzausbaus könnten neue Belastungen auf die Abnehmer zukommen, schätzt der VEA-Chef. Dies treffe vor allem mittelständische Firmen, die nach Verbandsangaben derzeit über 14 Prozent mehr pro Kilowattstunde zahlen müssen als noch vor einem Jahr. Die gestiegene Ökostrom-Umlage und die seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima erhöhten Großhandelspreise verschärften die Lage.

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"Es ist völlig klar, dass die Energiewende uns alle viel kosten wird", erklärte Stuke. Sowohl Industriekunden als auch Privathaushalte müssten stärker in energieeffiziente Technik investieren. "So kann ich dafür sorgen, dass der Preisanstieg möglichst gering wird."

Durchleitungsgebühren lassen Preise anziehen

Ein Haupttreiber der Stromkosten bleiben dem Experten zufolge die Netzentgelte. Sie gingen im Juli nach Angaben des VEA im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht um durchschnittlich 0,03 Cent pro Kilowattstunde zurück. "Das war aber nur ganz marginal", urteilte Stuke. Mittelfristig dürften die Durchleitungsgebühren der Netzbetreiber weiter anziehen. "Das Niveau ist nach wie vor hoch - und könnte noch höher werden."

Wettbewerb auf dem Strommarkt muss verbessert werden

Die Bundesnetzagentur und die regionalen Regulierer in einzelnen Ländern müssten weiter darüber nachdenken, wie sich der Wettbewerb auf dem Strommarkt verbessern lasse. "Die Hoffnung, dass es bei kletternden Strompreisen im Gegenzug zu einer Entlastung bei den Durchleitungskosten kommt, ist bisher leider nicht bestätigt worden", so Stuke. "Da haben einige Lobbyisten ganze Arbeit geleistet."

Das Wirtschaftsministerium rechnet nach einem Bericht des "Spiegel" damit, dass für den Bürger die Kilowattstunde Strom wegen des Ausstiegs aus der Atomkraft um 0,5 bis 1,5 Cent teurer wird. Mittelfristig kann der Strompreis demnach sogar um bis zu fünf Cent steigen. Einen Preisschub von bis zu fünf Cent erwartet dem Magazin zufolge auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung. Der Grund dafür sei der planlose Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem der zu teuren und ineffizienten Photovoltaik.


Quelle: dpa , t-online.de

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Kommentare (44)

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Thema: "Verband: Atomausstieg verteuert Strom"

markof schrieb: am 2. September 2011 um 10:13:28
(0) (1) Strompreis
Klar wird der Strom teuerer.Weniger auf Grund der Umatellung auf alternative Stromerzeugung, vielmehr auf Grund der
Gewinnsicherung durch den Wegfall des A-Stromes. Der Bürger wird doch nur verarscht.
mehr Kommentar melden

Andreas Hofmann schrieb: am 2. September 2011 um 03:54:09
(0) (1) Strom wird teurer
Quatsch mit "Atomausstieg verteuert Strom". Das ist gelogen wie das seit Jahren von den Stromerpressern eon,
Vattenfall, RWE und EnBW sowie tausenden von "Stadtwerken" vorgesungene "wir machen gerade faire Preise". Das einzige was den Strompreis treibt ist das Konglomerat aus fehlendem Wettbewerb und die Nichtsnutzigeit der Kartellamtler. Man fragt sich warum die sowas von zahnlos sind. Werden die geschmiert ? Nein, bestimmt nicht ..... Schweinestaat. Immer gewesen wird i
mehr Kommentar melden

schwabe schrieb: am 21. August 2011 um 19:54:53
(4) (0) strom
mich hat in deutschland produzierter atomstrom nie gestöhrt,viele lassen sich von den grünen linken aufhetzen. habe noch von keinem
grünen gehört dass er wegen atomstrom sein licht nicht einschaltet, was solldieses falsche theater?
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