28.02.2008, 17:30 Uhr | dpa / T-Online
Discounter teurer als gedacht (Foto: ddp) Verbraucher in Deutschland kaufen weniger ein und zahlen dafür dennoch eine höhere Rechnung. Wie aus dem aktuellen "Consumer Index" der "Gesellschaft für Konsumforschung" (GfK) hervorgeht, entpuppen sich dabei vor allem die Discounter als die größten Preistreiber.
Studie: Deutsche Lebensmittel in Eurozone am billigsten
Von Köln bis Berlin -
Über elf Prozent teurer
Wie aus der Erhebung hervorgeht, haben Discounter ihre Preise in den vergangenen drei Monaten deutlich stärker erhöht als Super- und Drogeriemärkte. So steigerten Aldi, Lidl & Co. das Preisniveau allein im November und Dezember um 9,2 bzw. 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Januar dieses Jahres betrug der Preisunterschied sogar 11,2 Prozent. Teurer wurde auch der Einkauf in Supermärkten, wo Verbraucher im Schnitt 5,5 Prozent höhere Preise zahlen mussten. In Drogeriemärkten ist der Preisanstieg mit 2,5 Prozent dagegen noch am niedrigsten.
Umsatz steigt dennoch
Überraschend an diesen Zahlen ist, dass die Preissteigerungen den Discountern nicht geschadet haben. Mit einem Umsatzwachstum von durchschnittlich fünf Prozent liegen sie weiter an der Spitze. Aldi verbuchte ein Plus von 6,8 Prozent, Lidl sogar 8,9 Prozent. Die Marktforscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass der absolute Preisabstand zwischen den Discountern und den so genannten Vollsortimentern trotz des Plus’ immer noch hoch ist. Verbraucher nehmen die Erhöhungen deshalb weniger stark wahr.
Preis rauf, Menge runter
Und noch einen weiteren Effekt hat die GfK beobachtet: es wird weniger gekauft. In den vergangenen fünf Monaten wurden im Schnitt drei Prozent weniger Einheiten in die Einkaufswagen gepackt. Dennoch stieg der Endbetrag auf den Kassenbons um 1,8 Prozent von durchschnittlich 13,65 auf 13,89 Euro an. Trotz des sparsamen Verhaltens wurden Verbraucher also höher belastet. Gleich geblieben ist die Zahl der Shoppingtouren.
Einsparpotenzial der Wegwerfgesellschaft
Zum Nachdenken regt angesichts der hohen Preise der Blick auf die Mülltonnen der Verbraucher an. Wie die GfK weiter berichtet, haben österreichische Wissenschaftler den Restmüll durchschnittlicher Haushalte untersucht und dabei rund zehn Prozent originalverpackte, also ungeöffnete Lebensmittel gefunden. Der Wert der abgelaufenen Ware entspricht laut der Untersuchung knapp 390 Euro im Jahr. Auf deutsche Verhältnisse übertragen würde ein solches Ergebnis einem Warenwert von 15 Milliarden Euro und damit fast zehn Prozent des jährlichen Umsatzes im Lebensmitteleinzelhandel entsprechen. Zahlen, die zum nachdenken anregen.
Quelle: t-online.de
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