Heizöllieferung (Foto: imago)Pünktlich zu Beginn der Heizperiode gibt es gute Nachrichten für die Verbraucher: Zum ersten Mal seit dem Frühjahr ist der Preis für einen Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt wieder deutlich unter die Marke von 80 Cent gefallen. In einigen Regionen fiel der Preis für Heizöl nach Angaben des Informationsdienstes "Esyoil" sogar bis auf fast 70 Cent zurück. Der starke Rückgang der Ölpreise sorgte zuletzt für einen regelrechten Kunden-Ansturm bei den Heizöl-Händlern. Die Freude der Verbraucher wird aber nach Ansicht von Experten nicht lange dauern.
Fachleute rechnen wieder mit einem Anstieg des Ölpreises, weil das Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt sinkt. Seit dem Juli-Rekordhoch bei knapp unter 150 Dollar je Barrel (159 Liter) für US-Rohöl (WTI) sorgte das Platzen einer Spekulationsblase für eine massive Talfahrt bei den Ölpreisen. Zuletzt kostete ein Fass US-Rohöl 77,56 US-Dollar. In den kommenden Monaten dürfte sich die Lage an den Ölmärkten aber wieder stabilisieren, sagte Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg.
Angebot verknappt sich bald
Dass sich das Rohöl-Angebot auf dem Weltmarkt wieder verknappt, gilt bei Experten aus zwei Gründen als sicher: Zum einen bleibt die Nachfrage in den asiatischen Boom-Regionen hoch, vor allem in China. Zum anderen hat das Ölförder-Kartell OPEC bereits signalisiert, dass auf einer außerplanmäßigen Konferenz Mitte November über Förderkürzungen gesprochen werden soll.
Öl weiter gute Anlagemöglichkeit
Insgesamt werde das Angebot an Rohöl in den kommenden Jahren knapper werden, prognostizierte der US-amerikanische Hedge-Fonds-Manager und "Rohstoff-Guru" Jim Rogers. Mittlerweile habe sich die Lage auf der Angebotsseite schon so zugespitzt, dass selbst langjährige Öllieferanten wie Indonesien zu einem Nettoimporteur geworden sind. Auch in den kommenden Jahren setzt Rogers weiter auf Rohstoffe wie Öl. "Derzeit gibt es einfach keine bessere Anlagemöglichkeit."
Heizöl -
Lieferzeiten beim Heizöl einkalkulieren
Heizölkunden müssen derweil mit zunehmenden Lieferzeiten rechnen, weil die Nachfrage mit den fallenden Preisen so stark gestiegen ist und die Händler nicht mehr nachkommen. "Kunden sollten versuchen, einen genauen Liefertermin zu vereinbaren", rät Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg. Grundsätzlich solle immer ausdrücklich nach dem Endpreis inklusive aller Nebenkosten gefragt werden. Es passiere immer wieder, dass Lieferanten nur den Netto-Preis nennen würden, oder dass auf der Rechnung beispielsweise eine Gefahrenzulage auftauche, von der vorher nie die Rede gewesen sei. Der Endpreis könne dann unabhängig vom Liefertermin vereinbart werden. Die Verbraucherschützerin empfiehlt, sich telefonische Vereinbarungen immer per E-Mail bestätigen zu lassen.