Inflation - Verbraucherpreise im August stabil (Foto: imago)Der Preisrutsch in Deutschland ist vorerst gestoppt. Im August blieben die Verbraucherpreise aus Jahressicht stabil, weil Benzin, Heizöl und Lebensmittel billiger waren. Die jährliche Teuerungsrate betrug 0,0 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis der Ergebnisse aus sechs Bundesländern mit, die einen Großteil der Kaufkraft abdecken. Noch im Juli hatten die Wirtschaftskrise und rückläufige Ölpreise die Preise in Deutschland erstmals seit 1987 sinken lassen (minus 0,5 Prozent). Im Monatsvergleich stiegen die Preise im August um 0,2 Prozent.
Ökonomen erwarten im Herbst wieder eine steigende Inflationsrate, weil der massive Preisunterschied bei Energie im Vergleich zum Vorjahr nach und nach aus der Statistik herausfallen wird. Die Furcht vor einer Deflation ist damit gleichzeitig zerstreut. Darunter versteht man eine Spirale aus dauerhaft sinkenden Preisen und konjunktureller Krise, weil die Verbraucher auf noch billigere Produkte hoffen und ihre Einkäufe aufschieben. In den 90er Jahren hatte Japan jahrelang unter einer wirtschaftlichen Stagnation und Deflation (Stagflation) gelitten.
Benzin und Heizöl deutlich billiger
Auf Jahressicht blieben die Preise wegen des günstigen Benzins und Heizöls unverändert. So sanken die Spritpreise um mehr als zehn Prozent, Heizöl wurde um rund 30 Prozent billiger. Seit seinem Rekordstand im vergangenen Juli war der Ölpreis wegen der weltweiten Rezession kontinuierlich gefallen, hatte zuletzt aber wieder angezogen. Lebensmittel wurden gegenüber August 2008 um bis zu vier Prozent billiger.
Inflation ohne Energie bei 1,5 Prozent
Rechnet man Energie und Lebensmittel heraus, so wäre die Kernteuerungsrate nach Berechnungen von Volkswirten um etwa 1,5 Prozent gestiegen. Auch deswegen sprechen Experten nicht von einer Deflation. Diese Rate dürfte in den nächsten Monaten eher fallen, schreiben die Volkswirte der Commerzbank.
Mai war erster Null-Monat seit langem
Bereits im Mai hatten die Statistiker erstmals seit 22 Jahren eine Jahresrate von 0,0 Prozent festgestellt. Im Juni waren die Preise minimal um 0,1 Prozent gestiegen, im Juli um 0,5 Prozent gefallen.
Lebensmittel weiterhin günstiger
Im Monatsvergleich stiegen die Preise im August um 0,2 Prozent. Grund dafür war vor allem der zuletzt wieder anziehende Ölpreis. Gegenüber dem Vormonat Juli kletterten die Spritpreise je nach Bundesland um bis zu 5,6 Prozent. Die Preise für Lebensmittel gingen dagegen erneut um bis zu 1,7 Prozent zurück. Grund dafür ist unter anderem der Wettbewerb der Supermärkte.
Inflation weit unter Zielmarke der EZB
Die aktuelle Inflationsrate liegt weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von von knapp zwei Prozent. Diese Rate soll Preisstabilität ermöglichen, aber keinen Anreiz zum Horten von Bargeld geben.