
17.11.2011, 16:16 Uhr | Spiegel Online
Die Verbraucherzentrale Hamburg attackiert den Energieriesen Vattenfall: Der Konzern habe jahrelang sein Monopol in der Hansestadt ausgenutzt und überhöhte Preise verlangt. Die Verbraucherschützer haben nun das Kartellamt eingeschaltet, Vattenfall weist die Vorwürfe zurück.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Energiekonzern Vattenfall beim Bundeskartellamt angezeigt: Als Gründe nennen die Verbraucherschützer wettbewerbswidriges Verhalten und "gravierende Verstöße" gegen das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen.
Vor allen "im Bereich der Fernwärme in Hamburg und Berlin" habe Vattenfall über Jahre seine Monopolstellung in beiden Städten ausgenutzt und "unangemessene Gewinne durch überhöhte Preise" gemacht, heißt es in der Anzeige, die Mitte vergangener Woche eingereicht wurde. "So lagen Vattenfalls Preise 2009 rund 20 Prozent höher als die Preise der Stadtwerke Flensburg oder Gelsenkirchen."
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Darüber hinaus habe der Energiekonzern "um das Ausmaß der Monopolgewinne zu verschleiern und der Stadt Hamburg vertraglich zugesicherte Konzessionsabgaben vorzuenthalten" die Bilanzen seiner Fernwärmesparte "offenbar zielgerichtet in den Verlust gerechnet". Vattenfall bestreitet, die Stadt um fällige Abgaben geprellt zu haben. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen habe sich "stets vertragskonform" verhalten.
"Eine besonders gravierende Verletzung von Wettbewerbsregeln" besteht aus Sicht der Verbraucherzentrale darin, dass "die Vattenfall Europe Wärme AG vor einiger Zeit einen über zwanzig Jahre laufenden Vertrag über die Abnahme von Fernwärme [...] mit der Konzernschwester Vattenfall Europe Generation AG geschlossen" habe. Damit wäre auch nach Ablauf des Konzessionsvertrags mit der Stadt Hamburg im Jahre 2014 "ein echter Wettbewerb auf dem Fernwärmemarkt" für mehr als ein Jahrzehnt unmöglich.
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Quelle: Spiegel Online
wugginat schrieb:
am 26. Dezember 2011 um 06:25:13
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Vattenfall
Die Energiegiganten kommen ins Wanken und das ist auch gut so. Seit der Staat die Energieversorgung völlig aus der Hand gegeben
hat, wurden dem Verbraucher unentwegt Daumenschrauben angelegt und das Kartellamt steht wie ein dummer Junge nebenbei und kann sich die Machenschaften nur tatenlos angucken. Hoffentlich schaffen es jedenfalls die Verbraucherschützer...
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Gerd schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 10:25:32
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Mensch! Das ist ja mal ganz was Neues!!!
Mal abgesehen von den ständigen Preiserhöhungen sogar bei gesunkenen Beschaffungskosten, was schon
mehr als kriminell war/ist, (Wo waren da eigentlich die Behörden???) habe ich noch ein spezielles Problem. Ich habe noch eine Nachtspeicherheizung aber es gibt für billigen Nachtstrom keinen Alternativanbieter! Also habe ich garnicht Möglichkeit zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Und wenn das kein Monopol ist, dann weiß ich auch nicht mehr....
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Calor schrieb:
am 22. November 2011 um 18:58:24
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Vattenfall
Bei der Fernwärme ist man denen hilflos ausgeliefert, man kann den Versorger wegen fehlender Konkurenz nicht wechseln. Das
Kartellamt ist eine völlig überflüssige Behörde, die verursacht mehr Kosten als sie einnimmt.
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