16.09.2011, 13:53 Uhr | dapd
Bankberatung: Im Internet können Noten verteilt werden (Quelle: imago)
Seit Ausbruch der Finanzkrise hat der Ruf der Banken gelitten - und auch Bankberater standen immer wieder in der Kritik. Zu wenig sollen sie auf die Bedürfnisse ihrer Kunden geachtet haben, dafür umso mehr auf die Vorgaben ihrer Bank. So fanden oft komplizierte Finanzkonstrukte ihren Weg in die Depots eigentlich risikoscheuer Anleger, die zu sehr auf die Beratung vertraut hatten und dann Schiffbruch erlitten. Wie gut oder schlecht der eigene Finanzberater arbeitet, zeigt nun ein Onlineportal, das von zwei Studenten der Frankfurt School of Finance entwickelt wurde. Unter dem Namen mybankrating können Bankkunden ihrem Berater Noten geben.
"Unser Portal soll den Verbraucherschutz stärken, indem wir möglichst objektive Bewertungen der Berater öffentlich machen", sagt der 27-jährige Mitbegründer Thomas Jastram. Auf dem Portal können Nutzer nach einer kostenlosen Anmeldung anonym die Leistungen ihres Finanzberaters in acht Kategorien bewerten. Dazu zählen die von ihm angebotenen Produkte, seine Erreichbarkeit, Flexibilität und fachliche Kompetenz, die Höhe von Kosten und Gebühren, Servicequalität, das Auftreten im Gespräch sowie die Gesamtzufriedenheit.
Insgesamt können Kunden 45 Punkte vergeben und zudem persönliche Kommentare abgeben. "Auf diese Weise lassen sich für andere Nutzer die Stärken und Schwächen eines Beraters klar erkennen", sagt Jastram.
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Für die Bewertungen haben die Gründer ein mathematisches System entwickelt, das unter anderem die Risikoneigung des Kunden berücksichtigt. Eine "Hitliste" der besten Finanzexperten gibt es jedoch nicht. "Aus gutem Grund, denn niemand hat ständig die besten Angebote, bietet die beste Beratung, ist ständig erreichbar und berechnet die niedrigsten Gebühren", sagt Jastram. Den perfekten Finanzfachmann gebe es halt nicht, und nicht jeder Berater passe zu jedem Anleger.
Damit Kunden den besten Berater für sich herausfinden können, gibt es als Orientierung eine Prozentwertung. Die errechnet sich aus den vergebenen Punkten in den genannten Kategorien. Der Durchschnittswert beträgt dabei 75 Prozent der erreichbaren Bestnote. Alle Bewertungen oberhalb dieses Wertes sind überdurchschnittlich, alle darunter unterdurchschnittlich. Außerdem sehen die Nutzer die Ergebniswerte in den einzelnen Kategorien.
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Das System scheint zu funktionieren, denn nicht alle Berater sind mit ihrer Benotung einverstanden. "Einige haben sich beschwert, weil sie ihrer Meinung nach zu schlecht bewertet wurden, aber das zeigt, dass wir wirklich objektive Bewertungen ermöglichen", sagt Jastram.
Gleichzeitig bietet das Portal den Kunden Gelegenheit herauszufinden, wie risikobereit sie bei der Geldanlage sind und welche Produkte zu ihnen passen könnten. Diese Ergebnisse werden bei der Suche nach einem geeigneten Berater einbezogen. Verzeichnet sind unter anderem Experten für Altersvorsorge, Finanzierungen oder Versicherungen.
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Rund eineinhalb Jahre haben die beiden Studenten an dem Projekt gearbeitet, bis es an den Start ging. Unterstützt wurden sie von ihren Professoren wie Dominik Georgi, der an der Frankfurt School of Finance Retail Banking und Dienstleistungsmanagement lehrt. Er räumt dem Portal gute Chancen ein.
"Das Online Banking der Banken hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert, Kundenbedürfnisse jedoch schon", sagt Georgi. "Der Kunde von heute wünscht sich Flexibilität und Transparenz, jüngere Generationen erwarten das sogar", fügt der Experte hinzu. Und dazu zähle eben auch die Möglichkeit von Bewertungen.
Bislang sind rund 100 Berater in dem Portal verzeichnet, bis zum Jahresende sollen es rund 500 sein. Dazu zählen angestellte Banker ebenso wie freie Finanzexperten und Honorarberater. Etwa 1000 Kunden haben das Portal bislang genutzt. Die Initiatoren hoffen, dass es schnell mehr werden und damit der Nutzwert des Portals wächst.
Reich werden wollen die beiden Studenten mit ihrem Angebot übrigens nicht. "Wir haben bisher kein Geld damit verdient, und das ist auch nicht unser Ziel", sagt Jastram.
Quelle: dapd , t-online.de
Franzmann schrieb:
am 11. September 2011 um 14:21:03
(11)
(1)
mehr davon und besser
Das Allheilmittel ist bisher nicht gefunden!!! Der Bedarf ist aber da. Also freue ich mich doch über jeden Ansatz, der
das Bankgeschäft transparenter machen kann! Ich behalte es auf dem Radar...
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Dagobert schrieb:
am 11. September 2011 um 12:27:21
(24)
(1)
Bankberater
und als Insider kann ich nur wünschen, dass es künftig mutige MitarbeiterInnen gibt, die doe Führung mittesl Zielvorgaben
verweigern.Es zählt inzwischen nachweislich zu den Horrorvorstellungen von Fililalleitern, wenn ihre Mitarbeiter Kunden nach objektiver Beratung ertragsschwache, aber vom Kunden gewünschte sichere, konservative, aber ertragsschwache Produkte erhalten. Die in diesem Sinne gute Beratung hat für den Berater negative Auswirkungen bei der Beurteilung und Bezahlung!!!
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Dagobert schrieb:
am 11. September 2011 um 12:22:03
(25)
(2)
Beratung?ha ha
Ich bin Insider. Hotte hat absolut Recht.In Banken geht es heute nur noch darum, dass mit komplizierten Finanzprodukten Geld
verdient werden soll. Heute würde ich keinem halbwegs ehrlich veranlagte Menschen mehr raten, im Vertrieb einer Bank zu arbeiten. Erst wenn Gesetze den Geschäftsführer das Angstmittel Zielvorgaben aus der Hand schlagen, kommt eine neue Kultur auf. Ich halte das System Zielvorgaben unter Androhung von Konsequenzen für die Mitarbeiter für strafbar.
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