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Verbraucherzentrale: Citibank täuschte Lehman-Anleger

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Verbraucherzentrale: Citibank täuschte Lehman-Anleger

30.10.2008, 10:53 Uhr | mash

Citibank am Pranger der Verbraucherzentrale (Foto: Imago) Citibank am Pranger der Verbraucherzentrale (Foto: Imago) Im Namen geprellter Lehman-Anleger will die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Citibank wegen Betrugs anzeigen. Deren Mitarbeiter hätten die Zertifikate gezielt älteren, unerfahrenen Kunden angeboten, Risiken verschwiegen und Beratungsprotokolle manipuliert, sagte Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller in Düsseldorf.

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Umfrage unter Geschädigten

Über ein Umfrage-Formular im Internet habe die Verbraucherzentrale in den vergangenen zehn Tagen Fälle von 300 Betroffenen mit insgesamt rund 5,5 Millionen Euro Verlust zusammengetragen. Gut jeder Dritte sei Kunde der Citibank. An zweiter Stelle folge die Dresdner Bank.



Zertifikate als Fremd-Produkt gekennzeichnet

Die Citibank kündigte auf dpa-Anfrage an, jede einzelne Kunden-Beschwerde darauf zu überprüfen, ob die Beratungsstandards eingehalten wurden. "Jeder Kunde erhält beim Kauf alle Informationen über die Chancen, die ein Papier bietet, aber ebenso ausführliche Hinweise auf die Risiken, die mit einem Investment verbunden sind", teilte ein Sprecher am Sitz in Düsseldorf mit. Die Lehman-Zertifikate seien für den Käufer als Fremd-Produkt erkennbar gewesen.

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Bewusst Vertrauen ausgenutzt

"Wir schauen hier derzeit in Abgründe", sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale, Thomas Bieber. Um hohe Provisionen zu kassieren, hätten Citibank-Mitarbeiter zum Teil über 80-Jährige aus sicheren Anlagen in die Risiko-Zertifikate gelockt. "Man hat bewusst das langjährige Vertrauen der Kunden in diese Bank ausgenutzt", sagte Bieber. Die US-Bank Lehman Brothers war im September im Zuge der Finanzkrise zusammengebrochen, die Zertifikate verloren ihren Wert.

Verbraucherzentrale fordert Ampel-Kennzeichnung

Die Beratungspraxis der Sparkassen unterscheidet sich dabei laut Verbraucherzentrale nicht von der der Privatbanken. Auch bei der Hamburger und der Frankfurter Sparkasse seien Lehman-Papiere mit fragwürdigen Methoden an den Mann gebracht worden. Um kurzfristige Gewinne zu erzielen oder Provisionen einzustreichen, drängten Banken ihre Kunden immer häufiger in intransparente und riskante Anlageformen, sagte Müller. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb unter anderem eine Ampel-Kennzeichnung für Finanzdienstleistungen.

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