Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Gold-Verkäufern (Foto: imago)Die Verbraucherzentrale Sachsen hat ihre Warnung vor dubiosen Anbietern von Rohstoff-Investments bekräftigt. Noch immer gebe es unseriöse Vermittler von sogenannten Rohstoff-Verwaltungsverträgen. Diese Firmen sprängen auf die anhaltende Gold-Hausse auf und bescherten Anlegern häufig Verluste, betonte Andrea Hoffmann, Referatsleiterin Finanzdienstleistungen, im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft. In Sachsen seien mehrere Fälle dieser Art bekannt.
Die Verbraucherzentrale Sachsen hatte vor zwei Wochen vor den Gesellschaften Grand Slam Services AG und DUX Partners AG gewarnt. Beide Firmen mit Sitz im liechtensteinischen Triesen empfehlen den Angaben zufolge seit Herbst 2008 über ihre in Sachsen tätigen Vermittler Investitionen in Gold, Silber, Platin und Rohöl. Kleinanleger und verunsicherte Verbraucher seien für die Werbung in Gold-Investments derzeit empfänglich, erklärte Hoffmann. Dies wüssten auch die Anbieter im Grauen Kapitalmarkt, der nicht vom Staat überwacht werde.
Werbung mit Steuerfreiheit
Die Grauen lockten ihre Kunden mit Schlagworten wie "Abgeltungssteuerfreiheit" und "Mehrwertsteuerfreiheit" und führten manchen Verbraucher zu unüberlegten Handlungen. "Wir kennen Fälle, bei denen die Verbraucher ihre private Rentenversicherung oder ihren Bausparvertrag gekündigt haben, um anschließend das aus diesen Verträgen zurückgezahlte und das wieder frei verfügbare Geld neu bei den Liechtensteinern anlegen zu können", bedauert Hoffmann. Derartige Vertragskündigungen gehen mit zum Teil hohen finanziellen Verlusten einher.
Hohe Abschlusskosten
Außerdem monierte die Expertin die hohen Vertragskosten in Form von Abschluss- und Verwaltungsgebühren. Schließlich sollten Verbraucher nicht außer Acht lassen, dass der Vertrag dem Liechtensteiner Recht unterliegt. Komme es zu Streitigkeiten, müsse gegebenenfalls in Vaduz geklagt werden.
Auch Edelmetalle können Verluste bringen
Die Verbraucherzentrale wies ferner darauf hin, dass auch die Investition in Gold-, Silber- oder Platinbarren keinesfalls immer rentabel sei. Zum einen werfe Edelmetall keine Zinsen ab, sodass alleine der Preisanstieg Gewinne bringe. "Da gibt es jedoch keine Einbahnstraße", warnte Hoffmann.
Starke Preisschwankungen
Tatsächlich brauchen die Anleger auch bei Edelmetallen starke Nerven - die Preise schwanken kräftig: Der Goldpreis beispielsweise ist von 680 Dollar Ende Oktober auf 1006 Dollar je Unze im Februar davon gezogen - derzeit kostet die Feinunze 929 Dollar. Der Platinpreis fiel von 2226 Dollar je Unze im Mai 2008 auf 732,50 Dollar im November 2008. Wegen der Hoffnung auf eine Erholung der Autobranche - das meiste Platin weltweit wird in Katalysatoren eingesetzt - ist der Platinpreis wieder auf 1114 Dollar angezogen.