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Versandhaus Quelle steht vor dem endgültigen Aus

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Quelle ist am Ende

20.10.2009, 15:39 Uhr | dpa, AP

Akte geschlossen: Der Katalog von Quelle wird nicht mehr gebraucht (Foto: dpa) Akte geschlossen: Der Katalog von Quelle wird nicht mehr gebraucht (Foto: dpa)Quellesteht vor dem endgültigen Ende - und das nach 82 bewegten und erfolgreichen Jahren im Versandhandel. Sämtliche Rettungsbemühungen für das insolvente Fürther Unternehmen mit rund 10.500 Beschäftigten sind gescheitert, so der Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg. Es gebe keine Alternative zur Abwicklung. Nach Gewerkschaftsangaben werden nun alle Mitarbeiter arbeitslos.

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Keine Einigung zur Finanzierung des Quelle-Versands

"Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", so Görg. Entscheidender Punkt war nach seinen Angaben, dass es keine Einigung über die Finanzierung des Versandgeschäfts gegeben habe.



Riesenkatastrophe für die Mitarbeiter

Die Belegschaft reagierte geschockt. "Das ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Riesenkatastrophe", sagte Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel. Bis zuletzt habe man sich das nicht vorstellen können. Sindel hatte im Gläubigerausschuss bis zuletzt um eine Lösung gerungen. "Obwohl ich nie aufgebe, mache ich mir jetzt keine Hoffnungen mehr", fasste Sindel resigniert seinen Gemütszustand zusammen.



Alle Mitarbeiter werden arbeitslos

Nachdem jeder Versuch scheiterte, das zum ebenfalls insolventen Handelskonzern Arcandor gehörende Unternehmen zu verkaufen, soll Quelle dichtgemacht werden. Wann das Kapitel Quelle geschlossen werden soll, steht indes noch nicht fest. "Wir rechnen noch", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Für die Beschäftigten wird es aber das Ende bedeuten. Durch die Abwicklung werden nach Gewerkschaftsangaben "alle Mitarbeiter arbeitslos". Bereits im August mussten 3100 Beschäftigte gehen, vergangenen Freitag erhielten 800 weitere die Kündigung. Und tausende werden folgen: "Wenn man alle zusammennimmt, sind das mehr als 6000 Mitarbeiter, um die es jetzt noch geht", so Ver.di-Handelsexperte Johann Rösch.

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Bittere Stunde für die Beschäftigten

"Was noch offen ist, ist die Frage: Wie viel Liquidität hat der Insolvenzverwalter noch und wie viele Menschen kann er während der Abwicklung noch beschäftigen." Alle übrigen Mitarbeiter würden mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Abwicklung dauere maximal zwei bis drei Monate. "Den Beschäftigten ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden, das ist mehr als ein Schock", so Rösch. Bis zuletzt habe man bei Quelle gehofft, dass einer der vier interessierten Investoren die endgültige Schließung des profitablen Kerns abwenden könne. Nun wolle man detailliert wissen, woran Quelle letztendlich gescheitert ist.

Factoring brach Quelle das Genick

Offenbar ist das sogenannte Factoring für das Scheitern von Quelle verantwortlich. Hinter diesem Begriff steckt letztlich die Finanzierung des Traditionsunternehmens - und damit der Quelle-Lebensnerv. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegenüber den Kunden an eine Bank. Gegen Zahlung einer Provision finanziert das Institut die offenen Beträge vor und übernimmt im Rahmen eines vereinbarten Limits das Risiko, das ein Kunde nicht zahlt. Der Händler bekommt sein Geld auf diese Weise sofort und in voller Höhe und verfügt so über liquide Mittel. Diese für Versandunternehmen typische Art der Vorfinanzierung von Kundenforderungen übernimmt die Quelle-Hausbank Valovis mit Unterstützung der BayernLB und der Commerzbank - allerdings nur bis zum Jahresende. Eine Einigung über den 1. Januar 2010 hinaus habe nicht erzielt werden können, sagte Görg. Dies hatten die Kaufinteressenten aber zur Bedingung gemacht.



Verkauf der Primondo-Einzelteile

Der geplante Verkauf stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Für Quelle läuft seit Anfang September ein Insolvenzverfahren. Das Unternehmen mit Sitz in Fürth ist Teil der Arcandor-Versandsparte Primondo, zu der auch profitable Geschäfte wie etwa Spezialversender (Hess Natur, Baby Walz) oder der Homeshopping-Kanal HSE 24 gehören. Was nun folgen soll, ist ein Verkauf der Primondo-Einzelteile. Für das nach wie vor gesunde Auslandsgeschäft von Quelle will Görg "unverzüglich" den Verkaufsprozess einleiten.

Entwicklung verschlafen

Am 9. Juni hatte Arcandor die Insolvenz für sich und unter anderem die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle beantragt. Der Schritt traf das 1927 gegründete Traditionshaus Quelle mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der bereits in den vergangenen Jahren zu scharfen Einschnitten geführt hatte. Das Unternehmen hatte die Bedeutung des Internets für den Handel erst spät erkannt. In den vergangenen Jahren erfolgte dann eilig eine strategische Neuausrichtung.

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Quelle: dapd , dpa

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Kommentare (18)

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Thema: "Versandhaus Quelle steht vor dem endgültigen Aus"

Jadmann schrieb: am 4. Dezember 2010 um 14:43:32
(0) (0) Retoure
Bin über 30 Jahre Kunde gewesen. Habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Jetzt soll ich mit einmal eine hohe Summe von 2008
bezahlen Den Artikel hatte ich nach erhalt sofort wieder zuück geschickt. Die haben bestimmt bei der Rückbuchen geschlampt. Ich werde mich dagegen wehren.Das ist eine Frechheit .
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Müller(3) schrieb: am 5. Oktober 2010 um 01:07:55
(0) (0) Retoure
Ich werde mich jetzt noch einmal an Quelle wenden,denn es war ja alles in einem Paket,das hat sich unterwegs ja nicht in zwei Pakete
aufgelöst.Ansonsten werden wir uns an die Medien wenden.Mein wollte schon den Rest bezahlen,aber das sehe ich nicht ein.Ich bezahle doch nicht für etwas,was ich nciht mehr habe,sondern es zurücvkgeschickt habe. Gibt es noch mehr solcher Fälle,dann kann man sich zuammen an die Medien wenden.
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Müller(2) schrieb: am 5. Oktober 2010 um 01:03:52
(0) (0) Retoure
Um keine unnötigen Kosten zu verursachen,schickten wir alles in einem Paket an Quelle zurtück.Dann begann ein Sießroutenlauf,den
amn sich nciht vorstellen kann.Es kamen immer wieder Mahnungen,Schreiben die wir ausfüllen mußten,um zu beweisen,das wir das Paket auch abgeschickt haben.Das ging so bis in diesem Jahr Juli 2010,also fasst 1 Jahr.Dann ein Schreiben im September 2010,das für die fehlende Retoure ein bestimmter Betrag angerechnet wird,aber da fehlte immer noch was.jetzt Inkasso.
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