10.12.2010, 10:24 Uhr | dpa-AFX
Der Eingang zum Stahlwerk der ThyssenKrupp-Tochter CSA in Brasilien (Foto: AFP)ThyssenKrupp gerät wegen seines brasilianischen Stahlwerks ins Fadenkreuz der Justiz des südamerikanischen Staates. Die oberste Strafverfolgungsbehörde des Bundesstaates Rio de Janeiro habe gegen führende Manager der Konzerntochter CSA Anklage erhoben, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Sie sollen massiv gegen Umweltgesetze verstoßen haben.
Laut Zeitung könnte dem Essener Konzern ein teurer Rechtsstreit drohen. Im Fall einer Verurteilung können Sanktionen wie Bußgelder, die zeitweise oder völlige Stilllegung des Werkes oder die Streichung von Steuersubventionen verhängt werden. Den beiden beschuldigten Geschäftsführern drohten Haftstrafen von 19 Jahren und mehr. Der Anklage gingen monatelange Ermittlungen regionaler Behörden voraus. Das zuständige Gericht in Santa Cruz muss nun darüber entscheiden, ob es die Anklage zulässt und es zu einem Gerichtsprozess kommt.
Der Konzern verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass es bei der Inbetriebnahme von neuen Hochöfen weltweit üblich sei, dass in der ersten Phase das Roheisen in Abkühlungsbecken abgegossen wird und erkaltet. Dabei komme es zu Staubemissionen. Dies habe ThyssenKrupp den brasilianischen Genehmigungsbehörden "im Vorfeld" mitgeteilt. Seit der Inbetriebnahme des neuen Stahlwerkes seien "alle Emissionen innerhalb der von den brasilianischen Umweltbehörden vorgegebenen Grenzen" geblieben. Der Konzern stehe dazu in engem Kontakt mit den Umweltbehörden.
Quelle: dpa-AFX , t-online.de
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