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Villeroy & Boch erwartet 2009 weiter rote Zahlen

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Villeroy & Boch erwartet 2009 weiter rote Zahlen

15.05.2009, 18:26 Uhr | lgs

Toilettenbecken von Villeroy & Boch (Quelle: ddp) Toilettenbecken von Villeroy & Boch (Quelle: ddp)Der Keramikhersteller Villeroy & Boch erwartet angesichts drastischer Absatzeinbrüche in Folge der Wirtschaftskrise nur eine langsame Erholung der Märkte. "Wir erleben eine extrem schwierige Zeit", sagte Vorstandschef Frank Göring bei der Hauptversammlung des saarländischen Traditionsunternehmens in der Stadthalle Merzig. "Eine Konjunkturbelebung ist derzeit nicht in Sicht." Göring bekräftigte seine Vorhersage, dass der Konzern 2009 mit einem Verlust beenden werde. Eine konkrete Prognose machte er aber nicht. "Wir hoffen natürlich alle, dass das bald vorbei ist." Sollte die Talsohle bald erreicht werden, könnte das Unternehmen in 2010 operativ wieder schwarze Zahlen schreiben, sagte Göring.

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Keramikhersteller traf "schmerzhafte Entscheidungen"

Villeroy & Boch war im ersten Quartal infolge der Wirtschaftskrise und eines Sparprogramms tief in die roten Zahlen gerutscht. Um in der Krise bestehen zu können, seien "schmerzhafte Entscheidungen" nötig gewesen, sagte Göring. Das Unternehmen baut im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung weltweit 900 der etwa 9250 Stellen ab, in Deutschland sind 400 Stellen betroffen. Allein mit der seit dem 1. April eingeführte Kurzarbeit ließen sich die Folgen der Krise nicht tragen. Zudem konzentriert der Konzern seine Standorte und schließt etwa einen Standort in Luxemburg. Von 2011 an soll das drastische Sparprogramm die Kosten um jährlich 50 Millionen Euro senken. Maßnahmen darüber hinaus seien derzeit nicht geplant, sagte Göring.



Auslandsgeschäft besonders kritisch

Der Umsatz des Unternehmens war im ersten Vierteljahr um 17,5 Prozent auf 182,2 Millionen Euro geschrumpft. Vor Steuern (EBT) fuhr der Konzern einen Verlust von 70,1 Millionen Euro ein, nach einem Gewinn von 8,3 Millionen Euro im ersten Quartal 2008. Die Kosten für das Sparprogramm in Höhe von 60 Millionen Euro sind in dem Verlust allerdings enthalten. Operativ hat vor allem das Auslandsgeschäft die Bilanz verhagelt. "Dort war es besonders kritisch", sagte Göring.



Wechsel im Aufsichtsrat

Einen Wechsel gab es an der Spitze des Aufsichtsrates. Der ehemalige Vorstandschef von Villeroy & Boch, Wendelin von Boch-Galhau, rückt an die Spitze des Gremiums und folgt damit Peter Prinz Wittgenstein, der den Vorsitz aus Altersgründen abgibt. Wendelin von Boch war 2007 von der Firmenspitze in das Aufsichtsgremium gewechselt. Er hatte die Villeroy & Boch AG mit Sitz im saarländischen Mettlach von 1998 an geführt.

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Quelle: t-online.de , AFP

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