Drucken
VW steigert trotz Wirtschaftskrise Umsatz und Gewinn
03.03.2009, 10:00 Uhr | mash
Trotz Autokrise: Volkswagen steigerte im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn (Foto: ddp)Die Volkswagen AG hat im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend seinen Gewinn etwas deutlicher als erwartet gesteigert. Europas größter Autobauer übertraf auch mit der Umsatzentwicklung die Schätzungen. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern wegen der Absatzkrise auf wichtigen Märkten einen geringeren Umsatz.
Foto-Show -Die Neuheiten auf dem Genfer Autosalon
Quiz -Wie gut kennen Sie Volkswagen?
Beliebte Autohersteller - Deutschlands wertvollste Marken
Weltweit Marktanteil gesteigert
Das operative Ergebnis stieg um drei Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern wurde um 13,7 Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro gesteigert, wie
Volkswagen bekanntgab. Der Umsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 113,8 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 1,80 Euro auf 1,93 Euro je Stammaktie steigen. Dies wirkt sich besonders für Großaktionär Porsche positiv aus. Die Auslieferungen des Wolfsburger Unternehmen kletterten um 1,1 Prozent auf knapp 6,3 Millionen Fahrzeuge. Weltweit seien Marktanteile hinzu gewonnen worden, hieß es weiter. Die Aktien des Autokonzerns haben mit heftigen Kapriolen auf die Veröffentlichung der Eckdaten reagiert und gingen mit moderaten 0,4 Prozent niedriger bei 187,15 Euro aus dem Handel. Genaue Zahlen zur Entwicklung der einzelnen Marken legt VW am 12. März vor.
Neue Modelle sollen Geschäft ankurbeln
VW gab auch einen Ausblick auf das laufende Jahr. Danach sollen auch 2009 die einzelnen Marken viele neue und verbrauchsarme Modelle präsentieren. "Deshalb rechnen wir damit, dass sich der Volkswagen Konzern dem Abwärtstrend zwar nicht entziehen kann, aber im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abschneiden wird und in der Krise weitere Marktanteile hinzugewinnt", schrieb der Konzern in einer Pflichtmitteilung für die Börse.
Geringerer Umsatz auf wichtigen Märkten
Gleichwohl würden die Umsatzerlöse 2009 wegen des rückläufigen Absatzes unter denen des Vorjahres liegen, prognostiziert der Autobauer. Auch steigende Kosten für die Refinanzierung und Verschlechterungen im Ländermix dürften sich nach Einschätzung von VW "zusätzlich belastend auf das Ergebnis auswirken".
Keine konkrete Aussage über begonnenes Geschäftsjahr
Volkswagen werde dieser Entwicklung vor allem mit einer konsequenten Ausgaben- und Investitionsdisziplin entgegen wirken. Eine verlässliche Aussage über den Verlauf des begonnenen Geschäftsjahres sei nicht möglich, erklärte das Unternehmen weiter. "Aufgrund des äußerst schwachen Geschäfts zu Beginn des Jahres ist das Erreichen des hohen Ergebnisniveaus der Vorjahre nicht möglich", warnte VW aber schon einmal vor.
Zum 1. März gibt's mehr Geld für Angestellte
VW-Chef Martin Winterkorn hatte im jüngsten "Spiegel" bereits angekündigt, dass wegen der Absatzkrise weltweit alle 16.500 Leiharbeiter-Stellen gestrichen werden. Das sei angesichts der Krise unvermeidlich. In Deutschland sind davon etwa 1650 Leiharbeiter-Stellen betroffen. Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind laut Winterkorn aber zunächst gesichert. "Für dieses Jahr sehe ich da keine Probleme", sagte der VW-Chef. Wenn die Krise allerdings anhalte, müsse "man über andere Dinge nachdenken". An Entlassung oder Ähnliches denke derzeit niemand. Nach Angaben der IG Metall bekommen die festen Mitarbeiter zum 1. März trotz Krise eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent. Dieser Tarifabschluss wurde schon 2006 ausgehandelt.
Mehr Themen:
Autokrise - Absatzeinbruch bei Porsche
Ehrgeizige Ziele - Audi will Mercedes und BMW überholen
Zu Guttenberg - Keine Entscheidung über Opel-Staatshilfen
Autokrise - VW-Chef wettert gegen Staatshilfe für Opel
Gerüchte über Kooperation - BMW und Daimler rücken zusammen
Schwacher Januar - Audi schlittert in Absatzkrise
Quelle: dpa
, t-online.de
, dapd
, dpa-AFX