11.01.2012, 07:31 Uhr | dapd, dpa-tmn, t-online.de - new
Unkompliziert und zu attraktiven Konditionen Geld im Internet leihen? Das versprechen viele Banken vollmundig. Dahinter steckt nicht selten reine Abzocke. Laut einer Überprüfung der EU-Kommission führen Banken mit ihren Online-Angeboten für Privatkredite die Verbraucher systematisch hinters Licht.
Auf 70 Prozent der entsprechenden Websites werden entscheidende Informationen zurückgehalten, etwa über die tatsächlichen Kreditkosten. Das geht aus einer von der EU-Kommission vorgestellten Überprüfung hervor. Der Kunde sei oft der Dumme, weil die Kredite teurer seien, als bei Vertragsabschluss ersichtlich, stellte Verbraucherkommissar John Dalli in Brüssel fest.
In Deutschland wurden 26 Anbieter - in der Regel Banken - überprüft. 20 fielen durch, weil sie die europäischen Rechtsvorschriften verletzen. Doch obwohl durch die regelwidrige Abzocke Tausende Verbraucher Geld verlieren, werden die verantwortlichen Kreditgeber weder von der EU noch von der zuständigen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) benannt, geschweige denn ihre Websites geschlossen. "Das untersagt uns die Vertraulichkeitsvorschrift", sagte BaFin-Sprecher Sven Gebauer.
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Die Behörde forderte lediglich die Interessenvertreter der Kreditwirtschaft auf, "ihre Mitglieder zu ermahnen", die Gesetze einzuhalten. Zudem gehe die Wettbewerbszentrale "einzelnen Verstößen" nach, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch erst im Herbst erwartet die EU-Kommission einen neuen Bericht aus den Mitgliedsstaaten, ob die Missstände tatsächlich abgestellt worden sind. Bis dahin tappen die Verbraucher im Internet weiter im Dunkeln.
In anderen EU-Ländern sieht es genau so düster aus wie in Deutschland: In Österreich rasselten sechs von zehn Anbietern durch, in Großbritannien 38 von 47. Nach Dallis Angaben werden dabei nicht nur Informationen wie Art und Höhe der Zinsen oder Abschlussgebühren zurückgehalten. Bei 20 Prozent der beanstandeten Kreditangebote würden die Kunden sogar gezielt getäuscht, sagte der Kommissar. Etwa, indem Kosten für die anfallende Pflichtversicherung schlicht unterschlagen würden. Ein sinnvoller Vergleich verschiedener Angebote sei deswegen oft unmöglich.
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Der Markt ist gewaltig: Für das Jahr 2010 geht es laut EU um Beträge von 600 Milliarden Euro. Außer ihrer allgemeinen Warnung an die Verbraucher unternimmt die Kommission bis auf weiteres aber nichts gegen die illegalen Praktiken. "Das liegt in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten", sagte Dalli. Zwar könnten diese Geldstrafen verhängen, wenn die Missstände nicht korrigiert werden. Aber dahin scheint es noch ein langer - und für die Verbraucher teurer - Weg.
Verbraucher sollten bei den angebotenen Krediten im Internet auf versteckte Zusatzkosten achten. Die wichtigste Kennziffer zum Vergleich der Kreditkonditionen sei der effektive Jahreszins, erklärt Stefanie Laak von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In diesen Zinssatz flößen alle relevanten Kosten ein. Muss für den Kredit zum Beispiel verpflichtend eine Versicherung abgeschlossen werden, müssten auch diese Kosten im effektiven Jahreszins enthalten sein. Die Verbraucherschützerin weist allerdings darauf hin, dass Verbraucher ohnehin die genauen Konditionen im Kreditvertrag überprüfen sollten - und nicht nur die Werbung dafür. Es sei immer die Frage, ob man eine Kreditversicherung wirklich braucht - denn Pflicht ist sie ist oft nicht. Manche Anbieter erweckten aber genau diesen Eindruck.
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Quelle: t-online.de , dapd , dpa-tmn
NoName schrieb:
am 16. Januar 2012 um 18:04:39
(72)
(6)
CreditPlus Bank AG
Dann nenne ich schon mal eine: CreditPlus Bank AG.
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Uta schrieb:
am 15. Januar 2012 um 15:50:27
(17)
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Abzocke?
Wer hat denn damals in der Schule nicht aufgepaßt? Ja, mir ist bekannt, dass es selbst in Deutschland eine ganze Menge Analphabeten
gibt, und es soll auch viele Menschen geben, die nicht rechnen können. Aber die meisten Leute in unseren Breitengraden dürften doch Lesen, Schreiben sowie Rechnen gelernt haben und sollten deswegen in der Lage sein, einerseits zu vergleichen und andererseits die Verträge, die einen oft jahrelang binden, vor der Unterschrift genaustens zu durchzulesen!
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Jonny schrieb:
am 15. Januar 2012 um 15:17:30
(48)
(1)
EU-Kommision
Diese Kommision hat Mißstände festgestellt, die auch die BaFin so übernommen hat und beanstandet. Leider gibt es noch keine
Aussage, wer was nicht beachtet hat, danach wird auch die BaFin tätig. Die Bankenverbände versuchen zur Zeit selbst, festzustellen, wer in ihren Reihen sich daneben benimmt, nur leider sind die Infos von der EU-Kommision noch zu dürftig. Im Moment kann man nur Emotionen kochen lassen, ändern wird sich erst was, wenn man die Übeltäter benennt.
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