02.11.2009, 14:39 Uhr | t-online.de/business
Im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber die Gründe für eine Kündigung offen darlegen. (Foto: Imago)
Die Kündigung bekommen nicht nur Beschäftigte, die schlecht gearbeitet haben. Auch wenn der Job einfach der falsche ist, die Chemie mit einem neuen Vorgesetzten nicht stimmt oder die Qualifikation fehlt, müssen Mitarbeiter oft ihre Sachen packen. Wer dann eine neue Arbeitsstelle sucht, hat es nicht leicht, gegenüber einem potenziellen neuen Arbeitgeber den Rauswurf plausibel zu begründen. Die Experten des Jobportal careerbuilder.de sagen, wie Sie mit dem heiklen Thema am besten umgehen.
In dieser Situation sollten laut careerbuilder.de Betroffene überlegen, was sie aus dieser Erfahrung gelernt haben, was sie anders machen können und was als Nächstes zu tun ist. Zum Beispiel sich gezielt vorbereiten, im nächsten Vorstellungsgespräch auf die Entlassung angesprochen zu werden.
Wer dann einem zukünftigen Arbeitgeber gegenüber sitzt, tut den Experten zufolge gut daran, offen mit der Entlassung umzugehen. Bloß nicht lügen! Denn der Chef in spe könnte die Gründe für die Kündigung aus anderer Quelle erfahren - etwa vom ehemaligen Vorgesetzten. Sich in Schweigen zu hüllen, könnte die neue Arbeitsstelle kosten. Auf der sicheren Seite ist, wer im Vorstellungsgespräch die Situation kurz anspricht und zeigt was er daraus gelernt hat. Dann könnten Bewerber zu den bisherigen beruflichen Erfolgen übergehen und erläutern, was sie zum Wohl des Unternehmens beitragen können.
In Ihrer alten Firma hat die Führungsriege gewechselt, und Sie haben sich mit dem neuen Chef nicht verstanden? Jobkandidaten sollten in dem Fall deutlich machen, dass zwischen manchen Menschen die Chemie einfach nicht stimmt, erklären die Fachleute von careerbuilder.de. Und raten, eventuell den vorigen Chef als Referenz anzugeben oder auch den wohlgesonnenen Abteilungsleiter. Eine passende Formulierung wäre etwa: „Mein neuer Chef und ich hatten unglücklicherweise sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und Managementstile. Ich habe mich sehr um eine freundliche Beziehung bemüht. Ich kam auch mit früheren Vorgesetzten und Kollegen gut klar."
Ganz falsch ist es laut careerbuilder.de, schlecht über den Ex-Chef zu sprechen. Das werfe einzig auf den ehemaligen Mitarbeiter ein schlechtes Licht. Bewerber, die versichern können, dass andere Vorgesetzte und Kollegen nichts an Ihnen auszusetzen hatten, dürften mit dem Verständnis ihres Gegenübers rechnen.
Wenn es Veränderungen in der Firmenstrategie gab, mit denen der entlassene Mitarbeiter nicht vollständig einverstanden war, sollte auch das zur Sprache kommen, empfiehlt careerbuilder.de. Aber Vorsicht: Wer etwas sage wie „Nach der Fusion hatten mein Chef und ich unterschiedliche Strategien für unsere Produktgruppe vor Augen. Ich war damit nicht ganz einverstanden", wirke wenig anpassungsfähig. Die Schuld auf die Firma zu schieben, sei ebenfalls keine gute Strategie. Jede Firma verändere sich und Bewerber müssten bereit sein, sich Veränderungen anzupassen.
Die Entlassung droht auch Mitarbeitern, deren Job sich weiter entwickelt hat, sie selbst aber nicht. Der Tipp der Experten: Qualifikationen hinzugewinnen. Wem zum Beispiel Computerkenntnisse fehlen, der sollte die freie Zeit für einen Kurs nutzen und sich mit der die gängigen Büro-Software vertraut machen. Geförderte Angebote dazu gebe es von der Arbeitsagentur, aber auch die VHS biete preiswerte Kurse an. Was immer auf dem neuen Lehrplan stand - Buchhaltung, Kreativität oder Schreiben für das Internet: Die neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sollten direkt im Lebenslauf erscheinen. Auf diesem Weg signalisieren Bewerber einem potenziellen Arbeitgeber, wie das Unternehmen von ihnen profitieren könnte.
Zum Rauswurf können auch mehrere schlechte Beurteilungen hintereinander geführt haben. Sinnvoll sei dann etwa ein Gespräch mit dem alten Chef, indem man die Gründe für die miese Bewertung der Leistung herausarbeitet. Auch die Meinung ehemaliger Kollegen einzuholen, kann helfen, Schwachpunkte zu klären und frühere Fehler auszumerzen.
Wer feststellt, dass sich in seinem beruflichen Werdegang Fehler wiederholt haben, sollte darüber nachdenken, ob der frühere Job für ihn wirklich richtig war. Ein guter Geschäftsverwalter, der in den Außendienst befördert wurde und den Arbeitsplatz verlor, weil er die Verkaufsziele nicht erreichen konnte, würde vielleicht besser eine administrative Stelle suchen. Und ein toller Vertriebsmitarbeiter, der zum Manager des Vertriebsteams befördert wurde, wurde eventuell wegen seines schwachen Managementstils gefeuert. Und wäre glücklicher in einem Job, bei dem er vor den Kunden stehen kann und nicht hinter einem Tisch sitzen muss.
Mitarbeiter, die wegen Missbrauch von Firmengeldern, Drogen oder Betrug gefeuert wurden, wird der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt besonders schwerfallen. Doch auch hier lautet der Rat der Experten: Seien Sie ehrlich, sagen Sie dazu nur, was Sie sagen müssen und zeigen Sie, dass Sie daraus gelernt und sich geändert haben. Lenken Sie dann auf die positiveren Aspekte Ihrer Leistungen.
t-online.de/business
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