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Kratzer im Lack der Luxusmarke?
09.09.2008, 13:56 Uhr | lgs
Kühlerfigur Flying B eines Bentleys (Foto: dpa)Angesichts eines stockenden Absatzes kürzt der Mutterkonzern VW die Produktion der Luxusmarke Bentley um 15 Prozent. "Wir bleiben unserem Grundsatz treu, immer ein Auto weniger zu bauen als der Markt verlangt", sagte Bentley-Vorstandschef Franz-Josef Paefgen dem "Handelsblatt". Große Nachlässe wird es bei Bentley auch nicht geben, "damit zerstört man die Restwerte und erzeugt unnötige Kosten".
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Erfolg auf ganzer Linie - bis jetzt?
Zehn Jahre nach der Übernahme durch den VW-Konzern zeichnen sich die ersten Kratzer im teuren Bentley-Lack ab. Dabei gelang der Marke unter der Führung von Bentley-Chef Paefgen eine fast beispielslose Erfolgskarriere auf dem Segment der Luxuswagen. Die Produktion stieg von 1000 Fahrzeugen pro Jahr auf über 10.000 Fahrzeuge im vergangenen Jahr, berichtet das Handelsblatt. Zuletzt erreichte der operative Gewinn eine Summe von 155 Millionen Euro. Und auch die Belegschaft wurde in den letzten Jahren deutlich aufgestockt. Paefgen veranlasste die Einstellung hunderter Ingenieure und Entwickler und erweiterte sowohl die Modellreihen, als auch die Fahrzeugvarianten.
Modellreihe -
Der Bentley ArnageModellreihe -
Bentley Continental GT Speed CoupéModellreihe -
Rolls Royce Phantom CoupéSegment reagiert sehr stark auf Konjunktur
Während jedoch die Konkurrenten in den ersten Monaten des Jahres deutlich zulegten - Aston Martin um 25 Prozent und Rolls Royce um 36 Prozent - so musste Bentley einen Umsatzrückgang von 18 Prozent hinnehmen. "Das Segment reagiert sehr stark auf Modellneuerungen, stärker noch als auf die Konjunktur." so Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen gegenüber dem Handelsblatt. Besonders Banker und Broker würden sich zur Belohnung oft Luxuslimousinen kaufen - bei zunehmender Angst um Job und Karriere würde auch die Nachfrage nach diesen Wagen sinken.
Umsatz auf traditionellen Märkten nahm ab
Der weiterhin größte Markt für Bentley sind die USA, gefolgt von Großbritannien und Kontinentaleuropa. Während der Umsatz auf den traditionellen Märkten zurück geht, nimmt die Nachfrage in China und Nahost rasch zu, so Paefgen. "Die Zurückhaltung beim Kauf liegt derzeit weniger am verfügbaren Eigentum als viel mehr allgemeinen Klima". Diese Psychologie drückt den Absatz - zur Zeit ist es für manche Vermögende nicht opportun sich mit einem nagelneuen Luxusmobil sehen zu lassen.
Hoffnung in die Zukunft
Angesichts der Zukunft der Marke reagiert Paefgen gelassen, durch die erreichte Rendite sei die englische Marke nicht in Gefahr. Die erste Modellgeneration soll die Anlaufinvestitionen wieder herein holen. "Die zweite Generation wird dann sicherlich eine Nettorendite bringen."
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Quelle: dpa
, t-online.de