Der Klassiker Karmann Ghia (Foto: VW)Die Beschäftigten des insolventen Autozulieferers Karmann dürfen einem Pressebericht zufolge auf eine berufliche Zukunft im Werk Osnabrück hoffen. Volkswagen prüfe derzeit ein verstärktes Engagement bei Karmann, um die verschiedenen Produktionsfelder besser auszulasten, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. "Eine Zusammenarbeit mit der insolventen Karmann GmbH könnte über Aufträge laufen", zitiert das Blatt einen Insider. Das Thema beschäftigte die Börse kaum.
"Die Chancen, aus der Transfergesellschaft heraus einen Arbeitsplatz bei VW zu erreichen, haben sich verbessert", sagte Osnabrücks IG-Metall-Chef Hartmut Riemann der Zeitung. Laut FTD wird VW - anders als bislang geplant - auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung übernehmen. "Nur den Bereich der Dachsysteme klammern wir aus", sagte ein VW-Sprecher. Für die Verdeckproduktion gebe es zwei Interessenten: die Magna-Tochter CTS und den spanischen Zulieferer CIE Automotive.
VW kaufte bei Karmann ein
VWhatte kürzlich beschlossen, Grundstücke und Produktionsanlagen des angeschlagenen Autozulieferers für rund 40 Millionen Euro zu kaufen. Anders als das operative Geschäft mit den verbliebenen 1500 Mitarbeitern sind sie nicht von der Insolvenz betroffen. Die meisten der bereits gekündigten Mitarbeiter sind zu einer Auffanggesellschaft gewechselt.
Karmann kein Thema an der Börse
Die Thematik beschäftigte die Börsianer zuletzt kaum. Gesprächsstoff war vielmehr die Verflechtung zwischen VW, MAN und Scania. VW hält 30 Prozent der MAN-Anteile und ist auch an Scania beteiligt. VW-Stämme fielen um 0,7 Prozent auf 81,42 Euro. Börsianern zufolge bevorzugen Händler ohnehin Vorzüge von Volkswagen, die um 4,9 Prozent auf 59,25 Euro nach oben sprangen. Merrill Lynch nahm die Titel auf die Empfehlungsliste "Europe 1" und ließ das Ziel auf 100 Euro.